Über Holger

Hey, schön dass Du/ dass ihr hier sucht! Ich betreibe zwei Blogs: Mit Freunden teste ich unter welovepubs.de Bonner Kneipen und schöne Ausgeh-Lokale, unter stadtwuchs.de poste ich Bilder aus Bonn und der Welt, immer im urbanen Raum, und biete Reiseberichte. Viel Spaß! Holger

Alles neu! Bonner Kneipen im neuen Gewand

Hervorgehoben

Liebe Bonner Kneipenfreunde, ihr werdet es gesehen haben: welovepubs.de hat seit heute ein völlig neues Design.

Deshalb Achtung:

Wenn ihr diese Seite lest, dann befindet ihr euch im alten Design auf der auslaufenden Domain! Hier geht´s zur neuen Seite:

==> www.welovepubs.de

Nach etwas mehr als zwei Jahren war es endlich Zeit für ein Facelifting. Dabei war es uns wichtig, dass am Ende ein sogenannter „One-Pager“ rauskommt, ihr also alle Beiträge endlos nach unten scrollend aufrufen könnt. Das Menü ist dafür nach links gewandert, enthält weiterhin die Schlagwortwolken zur Suche nach Biersorten oder nach einem bestimmten Ambiente. Neu ist eine Empfehlungsliste mit Links, die wir euch ans Herz legen, ihr findet sie ebenfalls im Menü.

Ein Ergebnis des Faceliftings ist aber auch, dass wir uns von welovepubs.wordpress.com und auch von welovepubs.com trennen werden. Durch Serverumzug liegen nun alle Daten auf http://www.welovepubs.de – falls ihr also noch einer der alten Endungen folgt – schnell ändern! Wir leiten zwar noch einige Zeit um, aber nicht ewig.

Viel Spaß mit dem neuen Design und wir hoffen, ihr findet auf unseren Seiten eine schöne Kneipe oder Bar in Bonn!

Holger/ We love Pubs!

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„Wir wussten immer, dass wir irgendwann raus müssen“

Ein Gespräch mit Sandra Hinze, Betreiberin des Café Kurzlebig Bonn

 

Das Bürgerbegehren „Viva Viktoria“ hat gewonnen, der Abriss des Bonner Viktoriakarrees scheint erst einmal abgewendet. Dennoch wird sich das Karree verändern, zu viele Teilstücke gehören bereits dem Investor, der Signa GmbH. Mit dem Café Kurzlebig hinter dem Bonner Rathaus ist es nun ausgerechnet eines der schönsten und gleichzeitig ungewöhnlichsten Cafés in Bonn, das zuerst schließen muss. Zum 31. März 2016 läuft der nicht verlängerte Mietvertrag aus. Wir haben mit Sandra Hinze, Betreiberin und eine der drei Gründern-/innen, gesprochen und waren überrascht, alles andere als tiefgeknickte Gesichter zu sehen.

Bonn cooles alternatives Cafe Kurslebig Bonn Zentrum Cafe mit gutem Frühstück Frühstückerei Abendbrot Craft Beer in Bonn Ale Mania Ratsherrn Pale Ale Rotbier


We love Pubs: Sandra, danke, dass Du so kurz vor eurer Schließung noch einmal Zeit hast! Magst Du kurz ein paar Worte zu Dir, Eurem Team und den Anfängen des Kurzlebig sagen?

Sandra: Klar, gerne. Ich fange mal mit unserem Lokal an, der Teil interessiert euch ja sicher mehr. Die Idee zum Kurzlebig kam uns zu dritt. Wir, das waren anfangs Laura, Koon-Sun und ich. Koon-Sun betrieb damals genau in diesem Lokal eine Nudelbar. Als dann im Karree die Abrisspläne konkret wurden, hat er nicht lange gezögert und sich eine neue Fläche gesucht. Aber sein Mietvertrag lief noch drei Monate. Da dachten wir: Irgendwas muss man in der Zeit doch machen. Da kam uns die Idee mit der Frühstückerei, das erschien uns anders, ungewöhnlich zu sein und doch realistisch umsetzbar. Der Name lag passend zur Situation auf der Hand, das Kurzlebig sollte ja nur eine Zwischennutzung für eine kurze Zeit sein. Der Start war dann wirklich ein Blitzstart, innerhalb von zwei Wochen ging es los. Überhaupt: Koon-Sun war hier erst mittwochs raus und das Kurzlebig freitags drin, das war wirklich irre schnell und auch sehr experimentell. Aber wir hatten ja wenig zu verlieren, denn die Pacht für die ersten drei Monate lief weiter über die Nudelbar und das es letztendlich fast vier Jahre werden, damit konnten wir ja nicht rechnen.

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We love Pubs: Das klingt tatsächlich nach einem Sprung ins kalte Wasser! Seid ihr denn als totale Neulinge gestartet oder hattet ihr Gastro-Vorerfahrung?

Sandra: Nein, nein, wir sind nicht total unwissend gestartet, ganz im Gegenteil! Mit Koon-Sun hatten wir ja einen Profi mit an Bord und auch ich habe fast zwanzig Jahre Gastroerfahrung…

(hier müssen wir Sandra leider ins Wort fallen – zwanzig Jahre? – wir sind irritiert…)

We love Pubs: Ähm, sorry, zwanzig Jahre, woher nimmst du die denn. Oder – auch wenn man es Frauen nicht fragt – wie alt bist Du denn?

Sandra (lacht herzhaft): Ich bin 35 und arbeite schon ewig in der Gastro, in allen Bereichen, habe lange gekellnert, war Betriebsleiterin einer Disco und nach meinem Studium – Eventmanagement in Köln – war ich lange im Außendienst-Vertrieb für Brown-Forman. Die haben z.B. Jack Daniel`s unter ihrem Dach, da sieht und lernt man viel. Aber die Erfahrungen aus dem Studium haben sicher auch geholfen, das Café Kurzlebig überhaupt bekannt zu machen. Das lief von Anfang an vor allem über die Netz-Community, da haben ganz viele Freunde und Follower sofort super reagiert, das hat uns den Start sehr erleichtert.

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We love Pubs: Gab es denn am Anfang Schwierigkeiten, das Kurzlebig zur Zwischennutzung zu eröffnen?

Sandra: Nein, wirklich fast gar keine. Das lief alles sehr unproblematisch, immerhin gab es ja eine gastronomische Vor-Nutzung und Umbaumaßnahmen waren auch nicht nötig. Die Stadt war sogar sehr kooperativ, auch die Schanklizenz haben wir schnell bekommen. Wir hatten ja von vornherein nicht nur Frühstück im Angebot, sondern wollten mit besonderen Produkten möglichst viele Gäste erreichen. Deshalb auch das Craft Beer, das wir mittlerweile ja stark ausgebaut haben.

We love Pubs: Von null auf hundert, innerhalb von zwei Wochen zur Chefin – wo lagen denn die ganz neuen und spannenden Erfahrungen?

Sandra: Oh, da muss ich nachdenken, davon gibt es viele. Was auf jeden Fall immer toll war: Im Kurzlebig bin ich total frei. Ich kann hier einfach machen, was ich will, eigene Ideen einbringen und austesten.

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We love Pubs: Eure Fläche gehört dem Investor Signa. Hat es euch geschockt, dass trotz erfolgreichem Bürgerbegehren so schnell die Kündigung kam?

(zugegeben, bei dieser Frage hatten wir uns innerlich auf eine enttäuschte oder wütende Sandra eingestellt, doch es kommt anders. Sandra zeigt sich total aufgeräumt, es ist kaum Enttäuschung und gar kein Frust spürbar)

Sandra: Ach nein, überhaupt nicht! Wir wussten immer, was kommt und dass wir irgendwann hier raus müssen. Wir hatten deshalb auch einen etwas anderen Blick auf das Bürgerbegehren, denn wir kannten die Besitzverhältnisse. Nach dem Bürgerbegehren hab ich mich eher gefragt: Warum jubeln die alle? Signa gehören die Flächen, natürlich werden die da so oder so etwas mit machen wollen. Und ganz ehrlich: Ohne Abrisspläne hätte ich diese Fläche doch nie für das Kurzlebig bekommen, dann hätte es das ganze Lokal ja nie gegeben.

We love Pubs: Gibt es denn konkrete Pläne, wie es weitergehen soll?

Sandra: Teilweise. Wir suchen natürlich schon seit den ersten Tagen. Und eine kleine Alternative gibt es auch. Ich betreibe schon seit einiger Zeit das Café Schwarz & Weiß im Bonner Kunstverein parallel, das wurde mir irgendwann angeboten, als es das Kurzlebig schon gab. Teile des Kurzlebig-Konzepts werden sicher auch dahin umziehen, z.B. das Craft Beer Sortiment, wenn auch etwas verkleinert. Das Schwarz & Weiß ist mehr Bistro, außerdem machen wir das Catering für die Abendveranstaltungen des Kunstvereins, aber auch für andere Events kann man unser Catering buchen. Geplant ist dort außerdem noch ein Brunch-Buffet. Insgesamt kann ich aber noch nicht ganz abschätzen, ob das Schwarz & Weiß alleine zum Leben reicht. Wenn nicht – dann suche ich mir eben noch einen richtigen Job! (Sandra lacht, man merkt, dass wirklich kein Groll oder Gram im Abschied liegt)

Aber wir suchen natürlich immer weiter nach einer neuen Location für das Kurzlebig, es ist einfach so gut in Bonn angekommen, dass wir es ungern aufgeben würden. Leider ist der Bonner Markt gerade viel zu teuer. Hier um die Ecke gäbe es ja z.B. das alte Goldbraun, aber das übersteigt unsere Möglichkeiten.

We love Pubs: Gibt es Optionen etwas außerhalb, z.B. in Beuel? Oder wäre gar Köln eine Möglichkeit?

Sandra: Ich bin ja sogar Beuelerin, das würde natürlich passen. Dennoch tue ich mit Beuel schwer, so sehr ich es mag. Ich hätte die Sorge, dass der Bonner den Weg über die Brücke scheut, während der Beueler ständig rüber nach Bonn geht. Schließlich lebt das Kurzlebig zurzeit von den Studis, die nun einmal hier sitzen, und auch von den vielen Gästen, die morgens zu Kaffee und Frühstück kommen und hinterher in der Stadt shoppen gehen.

In Köln ist tatsächlich vieles bunter, dort haben gute Konzepte auch in weniger guten Lagen eine bessere Chance. Aber ich komme nun einmal aus Bonn und kenne die Bonner gut, da will ich nicht weg und in einer anderen Stadt völlig bei null anfangen.

Und in Bonn muss man halt mitberücksichtigen, dass viele Gäste etwas weniger experimentierfreudig sind. Ein Beispiel: Wir haben zig abgefahrene, super leckere Frühstücksvarianten auf der Karte – der Renner ist jedoch das „08/15“ (PS: das kleine Frühstück heißt wirklich so!). Ich glaube, das gilt auch etwas für die Lage. Das in Kombi mit den Kosten und dem Wunsch, beim nächsten Café auch einen Außenbereich zu haben, das haben wir einfach noch nicht gefunden – (lacht) Aber Hilfe und Tipps sind immer willkommen!

We love Pubs: Wo wir gerade über Bonn sprechen – was fehlt Bonn gastronomisch?

Sandra: Ich glaube, für eine richtig gute Cocktailbar wäre noch Platz – etwa so wie das Shepheard in Köln. Ich könnte mir gut etwas in eine edle und doch schlichte Richtung vorstellen, mit ruhiger Atmosphäre, in der dem Gast im Zweifel auch der Cocktail extra kreiert wird. Oder in der der Fokus auf einem ganz besonderen Produkt liegt, z.B. Rum, Whiskey oder Gin. Natürlich gibt es da in Bonn schon gute Läden, z.B. bei Dave Flynn der Whiskey oder das Déjá Vú. Für Cocktails halte ich übrigens die Bar im Kameha gerade für die beste Adresse in Bonn. Platz für einen weiteren Laden wäre da dennoch noch.

We love Pubs: Wenn im Kurzlebig jetzt bald Schluss ist – was wären Deine drei Wünsche für die Zukunft?

Sandra: Da wäre natürlich zu erst einmal: Wir finden das Objekt, das zu einem neuen Kurzlebig passt, auf das wir selbst richtig Bock haben, bei dem man direkt Bilder und Ideen im Kopf hat. Und der Start muss dieses Mal organisierter sein, weniger spontan wie vor vier Jahren, denn das schlaucht doch. Überhaupt würde ich niemandem raten, so zu starten wie wir! (hier lacht Sandra herzlich) Der dritte Wunsch ist ein ganz anderer (lacht wieder): Endlich mal wieder in den Urlaub fahren! Der Job hier heißt: Siebentagewoche! In den letzten fast vier Jahren war ich eigentlich immer hier bei meinen Gästen.

We love Pubs: Danke für das Gespräch und ich glaube, ganz Bonn drückt euch die Daumen, dass es bald ein neues Kurzlebig an einem anderen Ort gibt! Und wir besuchen Dich auf jeden Fall im Café Schwarz & Weiß!

Kurzlebig Interview  (1)


Das vorliegende Interview haben wir handschriftlich mitgeschrieben und bei der Abschrift stellenweise aus stilistischen Gründen angepasst, so dass der Wortlaut teils verändert ist. Vorliegende Fassung wurde von Sandra Hinze autorisiert. Für alle, die weiterlesen wollen: Unseren Testbericht zum Kurzlebig findet ihr hier

BarRoon/ Südstadt/ Wilhelm-Levison-Straße

Vom Zinnober zum Hombach zur BarRoon – das Lokal am Dreieck zwischen Weberstraße, Argelanderstraße und Wilhelm-Levison-Straße in der Bonner Südstadt hat in den letzten zwölf Jahren mehrfach den Namen und Betreiber gewechselt. Jetzt ist mit der BarRoon schon seit einiger Zeit ein Konzept eingezogen, das vermehrt auf den Restaurant-Betrieb setzt. Dennoch ist auch der Bar-Charakter noch zu erkennen, deshalb waren wir zu einem Test vor Ort.

BarRoon Bonn Südstadt Restaurant und Bar Tipp ruhig Cocktails Wein gut für ein Date

Dabei war dieser Test ein ganz besonderer: Meine Eltern hatten sich angekündigt, es würde also ein Generationentest werden. Auch deshalb fiel die Wahl auf die BarRoon, denn die Lage sollte zentral in der Südstadt sein, Essen wie Trinken gleichzeitig möglich, das Lokal nicht zu laut, aber auch nicht angestaubt sein. Voilá: In der BarRoon findet man genau diese Mischung!

 

BarRoon Bonn Südstadt Restaurant und Bar Tipp ruhig Cocktails Wein gut für ein Date

Den alten Zinnober, an den noch zwei Bleiglasfenster erinnern, und das Hombach werden viele vermutlich als Studentenlokal kennen. Die BarRoon setzt nun auf einen schickeren Charakter, das Essen steht eindeutig im Mittelpunkt, die kleine Karte spricht für Qualität, vieles – z.B. die Spätzle – wird wirklich von Hand zubereitet. Wir waren – generationenübergreifend – vollauf zufrieden!

Passend dazu gibt sich das Ambiente gepflegt-schick: Dunkle Holztische oder hohe Bartische sind von hellgrauen Ledersitzen und –sofas umgeben, große Spiegel schaffen optisch Raum, die goldgerahmte Wochenkarte wirkt elegant. Die hohe Stuckdecke versprüht dazu den Glanz der Gründerzeit. Durch einige gezielt eingesetzte Details, wie kulinarische Zitate an den Wänden oder modernen Rundkugel-Lampen in wechselnder Farbe setzt die BarRoon jedoch auch Kontrastakzente. Was die direkt an der Stuckdecke befestigten Rundlampen betrifft, waren die testenden Generationen zwar unterschiedlicher Meinung (Mutter sagt, das stört – Sohn sagt, das wirkt!), dennoch gelingt der BarRoon der Spagat zwischen edlem Schick und moderner Frische insgesamt gut. Lediglich den TV-Bildschirm mit Bundesliga-Fußball fanden wir hier eher unnötig und vielleicht ist auch die steingefließte Wandvertäfelung etwas zu sehr Allerweltsdeko. Aber sonst: eine schöne, stimmige Atmosphäre, dazu ruhigem, aber doch moderne Musik, das passt alles ganz gut. Wir können uns die BarRoon deshalb auch gut als Tipp für diejenigen vorstellen, die ein Lokal für ein (erstes) Date in der Bonner Südstadt suchen.

 

Bonn Südstadt Fußball Bundesliga Champions League Sky BarRoon Zinnober Hombach

BarRoon Bonn Südstadt Restaurant und Bar Tipp ruhig Cocktails Wein gut für ein Date

Biertrinker können übrigens zwischen Sion, Jever und Schöfferhofer vom Fass wählen, aus der Flasche zusätzlich noch zwischen Schöfferhofer Dunkel und Kristall. Für Weinfreunde beginnt das Angebot ab 4,50 Euro und reicht bis 6,- Euro, dafür gibt es aber auch eine angenehme Auswahl ordentlich ausgesuchter Weine. Die mittelgroße Cocktailkarte setzt ebenfalls nicht auf Masse – grundsätzlich ein sympathischer Weg! – und beginnt mit sehr fairen Preisen ab 6,50 Euro, so dass auch Studenten hier nicht leiden müssen. Für wen es gar kein Alkohol sein soll, für den gibt es insgesamt dreizehn Säfte und Schorlen. Auch deshalb finden wir, dass sich die BarRoon gut für diejenigen eignet, die in einer gemischten Gruppe einen ruhigen Abend verbringen wollen, also nicht Party, Pub oder echte Kneipe suchen.

Für einen Samstag war das Lokal bei unserem Besuch übrigens überraschend leer und hätte eindeutig mehr Zuspruch verdient. Andererseits: Wenn sich hier wirklich wie früher noch die studentischen Gäste finden, dann erklärt sich deren Abstinenz am Wochenende recht leicht. In unserem Generationentest überzeugte die BarRoon auf jeden Fall alt und jung.

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Deshalb unsere Meinung: Ruhige Bar mit schickerer Atmosphäre, in der sich gemischte Gruppen oder Paare sehr wohlfühlen sollten

Testtag: Samstag

Fass: Sion, Jever, Schöfferhofer

Flasche: Schöfferhofer

Besonderheiten: Achtet auf das alte Bleiglasfenster mit dem Zinnober-Schriftzug!

Internet (mit ausführlicher Speisekarte zum Download): BarRoon Südstadt Bonn

Weitere Artikel: Auch Karin Krubeck schrieb in ihrem Blog „bonngehtessen“ über die BarRoon, war sogar nur kurz vor uns zu Gast. Sie gewichtet einiges anders als wir, deshalb lohnt ein Blick in ihren Artikel – hier der Link.

Lieblingskneipe! Mit Steve im Weihers Eck

Menschen, Kneipen, Portraits. Ein Projekt von We love Pubs

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Das Weihers Eck war Liebe auf den zweiten Blick!“


Der Gast: Als die „Lieblingskneipe“ noch ganz jung war, schrieb uns Steve unter seinem Twitter-Account und signalisierte Interesse, am Projekt mitzumachen. Die Verabredung blieb vage, geriet in Vergessenheit und erst jetzt zum Jahresbeginn 2016 konnten wir den Faden wieder aufnehmen. Er wünsche sich „aber ne Kneipe, die bei euch nicht so gut abgeschnitten hat“, erreichte uns ein Tweet. Wunderbar, endlich eine Gelegenheit, eine Kneipe mit ganz anderen Augen zu sehen und das zu entdecken, was uns vielleicht verborgen geblieben war! Steve, der jetzt 31 ist, kam 2005 aus dem Magdeburger Raum ins Rheinland, um in Brühl an der FH des Bundes, an der er heute im Prüfungsamt arbeitet, sein Studium in den Verwaltungswissenschaften aufzunehmen. Wen wundert es, dass ihm Brühls Kneipen schnell zu einseitig wurden und er 2006 in die Bonner Altstadt zog. Das Weihers Eck wurde zur „Liebe auf den zweiten Blick“: Eine Kneipe, an der man oft vorbeigeht, aber doch nie einkehrt. Das änderte sich vor ca. drei Jahren, als an einem lauen Sommerabend der Weg nicht weit sein sollte und einige Stühle im Schatten des Stadthauses dafür sorgten, dass Steve und seine Freunde endlich einmal im Weihers Eck blieben. Mittlerweile, so Steve, gehören er und sein Freundeskreis hier „zum Inventar“.

Die Kneipe: In unserem Bericht über das Weihers Eck blieben wir ursprünglich sehr kritisch. Daher bot der Besuch mit Steve die Chance, das Lokal einmal aus der Sicht eines Stammkunden kennenzulernen. Und wir geben zu: Für Bonner Eckkneipen-Fans bietet das Weihers Eck mehr, als wir zuerst glaubten. Cemil, der Wirt, begrüßt jeden Gast herzlich, seine Kunden sind ebenso Stammgäste wie Altstadt-Schwärmer, die die ausgedehnten Öffnungszeiten für sich nutzen. Zum Haus gehört ein Imbiss, so dass an vielen Tischen Döner und mehr gegessen wird, während andere Gäste einfach an der Theke Zeitung lesen oder ihnen der Wirt Musikwünsche erfüllt. Zu seinen Stammgästen setzt sich Cemil auch mal direkt an den Tisch und klönt bei einem Bier. Lediglich die Einrichtung, die sehen wir weiterhin kritisch und etwas überbordend, aber dazu könnt ihr im unten verlinkten Bericht mehr lesen.

Die Gründe: Zu einer Stadt gehört für Steve ein Stammlokal, also ein Platz, an dem man erkannt wird, an dem sich die Clique trifft, man aber bei Bedarf auch einfach mal alleine hingehen kann. Dies war für Steves Freundeskreis lange das mittlerweile geschlossene Café Göttlich. Man merkt, dass Steve das Gewachsene und das Urige an einem Lokal liebt, egal ob Café oder Kneipe. „Ein Laden ist durch die Gäste und das Viertel so, wie er ist“, und diese Veedels-Mischung könne man im Weihers Eck spüren. Deshalb bot das Weihers nach der Schließung des Göttlich Ersatz für ein Stammlokal – ein Ort, in dem man Freunde treffen, abschalten, aber auch wunderbar über alles diskutieren könne. Ein geerdeter Ort, keine durchdesignte Bar, sondern eine echte gewachsene Eckkneipe.

Die Links: Steve twitter tunter seinem Jungendspitznamen, der angelehnt ist an sein politisches Interesse, als @Mr_Kofi – folgt ihm doch! Alle Neuigkeiten über das Weihers Eck in der Bonner Altstadt findet ihr auf der Facebook-Seite des Lokals. Wer unseren We love Pubs-Bericht zum Weiher Eck lesen möchte, findet ihn hier.

Die Bilder: Als wir nach dem spannenden Treffen mit Steve die Photos durchsahen, schienen uns die Bilder zu sagen: Eine Lieblingskneipe ist ein Ort der Gemütlichkeit und das Abschaltens, aber auch ein Ort des Gesprächs und der Diskussion. Wenn Steve an der Theke steht und den Blick durch das Lokal schweifen lässt, dann fühlt man Feierabendatmosphäre. Aber man kann mit Steve auch ganz wunderbar über Gott und die Welt, den FC Schalke und die Weltpolitik diskutieren, auch das zeigen die Bilder. Aber seht selbst:

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Big Animals Bar/ Hotel Petersberg/ Königswinter

Heute bewegen wir uns einmal auf Abwegen, denn wir wollen euch keine Kneipe in einem coolen Ausgehviertel in Bonn vorstellen, sondern eine Bar in einem Hotel in Königswinter. Aber keine Sorge, cool ist sie trotzdem, diese Bar. Wir nehmen sie als als Exot in unseren Blog auf, zweifelsohne, aber als einen jener Exoten, die jeder einmal für einen Drink besuchen sollen. Die Rede ist von der Big Animals Bar.

Hotel Steigenberger Petersberg Big Animals Bar Hotel Petersberg Bonn Bundesgästehaus

Big Animals Bar Hotel Petersberg Bonn Bundesgästehaus Steigenberger

Big Animals Bar? Sehen wir gerade Fragezeichen in euren Augen? Macht nichts, es ist keine Bildungslücke, die Big Animals Bar auf dem Petersberg nicht zu kennen. Es handelt sich nämlich um die Hotelbar des Steigenbergers im alten Bundesgästehaus auf dem Petersberg, also immerhin einem wirklich hochklassigen und hochpreisigem Hotel, das vermutlich für viele außerhalb des Budgets liegt. Andererseits: Vielleicht sucht ihr ja zu einem besonderen Anlass einmal eine ungewöhnliche, besondere, herausragende Location, dann könntet ihr auf dem Petersberg und in der Big Animals Bar richtig sein.

Big Animals Bar Hotel Petersberg Bonn Bundesgästehaus Steigenberger

Wir verdankten unseren Besuch übrigens einem von der umtriebigen Soledat Sichert und ihren wunderbaren Bonntouren veranstalteten Blogger-Wochenende hier oben im Hotel auf dem Petersberg. Eingebettet war der Barbesuch dabei in eine Bierprobe mit Michael Sebus, deshalb wollen wir beides kurz vorstellen, die Bar und die Bierverköstigung. Wir nahmen eingeladen am Tasting teil, nicht jedoch am übrigen Wochenende.

Big Animals Bar Hotel Petersberg Bonn Bundesgästehaus Steigenberger

Big Animals Bar Hotel Petersberg Bonn Bundesgästehaus Steigenberger

Die Bar

Passender kann ein Name kaum sein: Dort, wo sich einst die großen Tiere der Weltpolitik trafen, die Big Animals, kann man heute gemütlich seinen Drink zu sich nehmen. Im kleinen Hauptraum finden sich neben Clubsesseln und einer Whiskyanrichte rund um den Gast herum Karikaturen vergangener Hauptstadttage, die alle eben jene großen Tiere der Politik zeigen, und zwar tatsächlich als Tier-Karikatur. Die oktaederförmige Theke bestimmt den Raum und der Glanz ihres dunklen Holzes sowie die dunkelblau bezogenen Barhocker versprühen den Charme alter Diplomatenherrlichkeit. Wer den eigentlichen Barraum verlässt, finden in einem Clubraum mit tiefen Sesseln weitere Plätze, um über die Welt an sich zu philosophieren. Ganz klar: Die Big Animals Bar lebt vom Charme der alten Bundesrepublik, vom Glanz des Großen und dem Gefühl, sich irgendwo zwischen altenglischem Clubraum und Diplomatenhinterzimmer zu befinden. Man erwartet quasi minütlich, Adenauer und de Gaulle mit einem Cognacschwänker in der Hand eintreten zu sehen. Entsprechend old-school wirkt auch die Getränkeauswahl, einige Whisky, etwas Gin, tatsächlich noch Brandy und Cognac. Die Marken sind nicht wirklich ausgefallen, aber durchaus gehoben. Biertrinker greifen zu Radeberger, Gaffel und Erdinger.

Deshalb unsere Meinung zur Bar: Unbedingt mal gesehen haben! Einmal wie ein Diplomat der alten Bundesrepublik trinken!

Big Animals Bar Hotel Petersberg Bonn Bundesgästehaus Steigenberger

Big Animals Bar Hotel Petersberg Bonn Bundesgästehaus Steigenberger

Big Animals Bar Hotel Petersberg Bonn Bundesgästehaus Steigenberger

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Das Biertasting

Durch die Bierprobe führte Michael Sebus, Biersommelier und gelernter Brauer der ehemaligen Sester-Kölsch-Brauerei. Ziel des Tastings war es dabei nicht, möglichst viele verschiedene und unterschiedliche Biere kennenzulernen, sondern einige wenige in Blindverkostung zu unterscheiden. So erhielten wir in schwarzverblendeten Kölschstangen mit kleinen Zahlenschildern beklebte Proben und sollten aus drei Fass- und drei Flaschenbieren herausfinden, welche zwei Fass- und Flaschenbiere denn identisch seien. Und, was glaubt ihr? Klar, 80% der Blogger sing gescheitert. Und warum? Nein, Blogger sind nicht zungenblind, es lag an den Bieren. Wir erhielten Gaffel-Kölsch und Radeberger-Pils und tatsächlich schmeckten sechs Proben alle gleich. Glaubt ihr uns nicht? Probiert es mal aus! Was lernt man daraus? Industriebiere von Großbrauereien schmecken einfach alle gleich, selbst wenn man zwei völlig unterschiedliche Bierstile vergleicht! Das wäre auch unser Kritikpunkt am Tasting: Obwohl Michael Sebus sehr detailreich und charmant in Geschichte, Entwicklung und Tradition des Bieres einführte, blieb das Tasting doch zu Industriebier-lastig. Das ist schade, denn wir als bekennende Craftbeer-Fans glauben ja, das Bier so viel mehr kann (lest z.B. einmal hier, wie wir das sehen!). Auch hätten wir uns ein echtes Tasting mit vielen verschiedenen Bieren gewünscht, um Bier in seiner Vielfalt zu erleben – wir berichteten ja schon, dass wir erst kürzlich in der Mühlen-Bar in Köln ein solches Tasting besuchen durften.

Deshalb unsere Meinung zum Biertasting: Leider etwas einseitig.

Dennoch eine in der Summe tolle Erfahrung, die wir hier dank Soledat Sichert sammeln durften. Allein schon durch die Atmosphäre der Big Animals Bar lohnte der Besuch!

Martin Sebus Biertasting Bonn Bierprobe Hotel Steigenberger

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Berverkostung Bierprobe Biertasting Bonn

Bierprobe Bonn Biertasting mit Sebus

PS: Wer sich für weitere Eindrücke vom Blogger-Wochenende auf dem Petersberg interessiert, findet diese unter #StPe7 (für Steigenberger Petersberg Siebengebirge) auf Twitter und Instagram