BarRoon/ Südstadt/ Wilhelm-Levison-Straße

Vom Zinnober zum Hombach zur BarRoon – das Lokal am Dreieck zwischen Weberstraße, Argelanderstraße und Wilhelm-Levison-Straße in der Bonner Südstadt hat in den letzten zwölf Jahren mehrfach den Namen und Betreiber gewechselt. Jetzt ist mit der BarRoon schon seit einiger Zeit ein Konzept eingezogen, das vermehrt auf den Restaurant-Betrieb setzt. Dennoch ist auch der Bar-Charakter noch zu erkennen, deshalb waren wir zu einem Test vor Ort.

BarRoon Bonn Südstadt Restaurant und Bar Tipp ruhig Cocktails Wein gut für ein Date

Dabei war dieser Test ein ganz besonderer: Meine Eltern hatten sich angekündigt, es würde also ein Generationentest werden. Auch deshalb fiel die Wahl auf die BarRoon, denn die Lage sollte zentral in der Südstadt sein, Essen wie Trinken gleichzeitig möglich, das Lokal nicht zu laut, aber auch nicht angestaubt sein. Voilá: In der BarRoon findet man genau diese Mischung!

 

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Den alten Zinnober, an den noch zwei Bleiglasfenster erinnern, und das Hombach werden viele vermutlich als Studentenlokal kennen. Die BarRoon setzt nun auf einen schickeren Charakter, das Essen steht eindeutig im Mittelpunkt, die kleine Karte spricht für Qualität, vieles – z.B. die Spätzle – wird wirklich von Hand zubereitet. Wir waren – generationenübergreifend – vollauf zufrieden!

Passend dazu gibt sich das Ambiente gepflegt-schick: Dunkle Holztische oder hohe Bartische sind von hellgrauen Ledersitzen und –sofas umgeben, große Spiegel schaffen optisch Raum, die goldgerahmte Wochenkarte wirkt elegant. Die hohe Stuckdecke versprüht dazu den Glanz der Gründerzeit. Durch einige gezielt eingesetzte Details, wie kulinarische Zitate an den Wänden oder modernen Rundkugel-Lampen in wechselnder Farbe setzt die BarRoon jedoch auch Kontrastakzente. Was die direkt an der Stuckdecke befestigten Rundlampen betrifft, waren die testenden Generationen zwar unterschiedlicher Meinung (Mutter sagt, das stört – Sohn sagt, das wirkt!), dennoch gelingt der BarRoon der Spagat zwischen edlem Schick und moderner Frische insgesamt gut. Lediglich den TV-Bildschirm mit Bundesliga-Fußball fanden wir hier eher unnötig und vielleicht ist auch die steingefließte Wandvertäfelung etwas zu sehr Allerweltsdeko. Aber sonst: eine schöne, stimmige Atmosphäre, dazu ruhigem, aber doch moderne Musik, das passt alles ganz gut. Wir können uns die BarRoon deshalb auch gut als Tipp für diejenigen vorstellen, die ein Lokal für ein (erstes) Date in der Bonner Südstadt suchen.

 

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Biertrinker können übrigens zwischen Sion, Jever und Schöfferhofer vom Fass wählen, aus der Flasche zusätzlich noch zwischen Schöfferhofer Dunkel und Kristall. Für Weinfreunde beginnt das Angebot ab 4,50 Euro und reicht bis 6,- Euro, dafür gibt es aber auch eine angenehme Auswahl ordentlich ausgesuchter Weine. Die mittelgroße Cocktailkarte setzt ebenfalls nicht auf Masse – grundsätzlich ein sympathischer Weg! – und beginnt mit sehr fairen Preisen ab 6,50 Euro, so dass auch Studenten hier nicht leiden müssen. Für wen es gar kein Alkohol sein soll, für den gibt es insgesamt dreizehn Säfte und Schorlen. Auch deshalb finden wir, dass sich die BarRoon gut für diejenigen eignet, die in einer gemischten Gruppe einen ruhigen Abend verbringen wollen, also nicht Party, Pub oder echte Kneipe suchen.

Für einen Samstag war das Lokal bei unserem Besuch übrigens überraschend leer und hätte eindeutig mehr Zuspruch verdient. Andererseits: Wenn sich hier wirklich wie früher noch die studentischen Gäste finden, dann erklärt sich deren Abstinenz am Wochenende recht leicht. In unserem Generationentest überzeugte die BarRoon auf jeden Fall alt und jung.

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Deshalb unsere Meinung: Ruhige Bar mit schickerer Atmosphäre, in der sich gemischte Gruppen oder Paare sehr wohlfühlen sollten

Testtag: Samstag

Fass: Sion, Jever, Schöfferhofer

Flasche: Schöfferhofer

Besonderheiten: Achtet auf das alte Bleiglasfenster mit dem Zinnober-Schriftzug!

Internet (mit ausführlicher Speisekarte zum Download): BarRoon Südstadt Bonn

Weitere Artikel: Auch Karin Krubeck schrieb in ihrem Blog „bonngehtessen“ über die BarRoon, war sogar nur kurz vor uns zu Gast. Sie gewichtet einiges anders als wir, deshalb lohnt ein Blick in ihren Artikel – hier der Link.

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Machold/ Altstadt/ Heerstraße

Kennt ihr diesen Moment, wenn man ein lange bekanntes und ebenso lange nicht besuchtes Lokal betritt, ohne große Erwartungen, und dann direkt im Eingang staunend stehen bleibt, weil alles anders, neu und umgestaltet ist? So ging es uns im Brauhaus Machold und davon wollen wir euch natürlich berichten!

Brauhaus Bonn Machold Bier trinken gehen

Zuletzt besuchten wir das Machold in der Bonner Altstadt ziemlich genau vor zwei Jahren, kurz bevor dieser Blog startete, anlässlich des väterlichen Geburtstags. Und das passte auch irgendwie: ein netter Ort, um mit den Eltern solide essen zu gehen. Aber irgendwie auch nicht mehr. Gut, es gab und gibt hauseigenes Bier, aber das wird ja leider auch nicht mehr hier gebraut. Also alles so ein wenig „na ja“. Dazu kamen dann jüngst Schließungsgerüchte und so wanderte das Machold erst einmal ganz weit nach hinter auf der Liste der Bonner Kneipen, in die wir unbedingt gehen wollen.

Jetzt waren wir endlich da und wie gesagt überwältigt vom neuen Look. Das Bonner Machold hat sich den Anstrich einer American Sportsbar gegeben und das alte Bonner Brauhausflair in ein Western-Design überführt. Das passt überraschend gut, auch wenn vielleicht einige Stellen sehr stil-gemixt wirken.

American Sportsbar Bonn Brauhaus Bierhaus Machold Bonn Altstadt Fußball gucken

Wenn man das mächtige, rot verklinkerte Haus an der Ecke Heerstraße/ Krausfeld über den am Hauseck liegenden Haupteingang betritt, erreicht man zuerst den völlig neu gestalteten großen Thekenraum. Geblieben ist die mächtige, geschwungene Theke sowie die alte Kupferkonstruktion an der Zapfanlage. Neu sind hunderte kneipentypischer Emaille-Schildern an den Wänden und drei kleine Saloon-Theken für je vier Personen, dazu zieren große Spiegel, Kerzenständer sowie weitere Stehtische den Raum, aber leider auch ein Spielautomat. Die Decke wird betucht von einer riesigen US-Flagge, drei Sättel und Pferdegeschirr runden das Bild ab. Natürlich gibt es mehrere große TV-Bildschirme mit Fußball der 1. und 2. Liga sowie Euro-Spiele. Die Ausrichtung als US-Sportsbar wurde also trotz kleinerer Stil-Mix-Brüche konsequent umgesetzt und bricht auch nicht mit dem altehrwürdigen Brauhaus-Charme, der an vielen Ecken noch hervorblitzt. Doch, das passt. Und soweit wir wissen, gibt es bisher in Bonn keine derartige Sportbar, so dass eine Lücke geschlossen wurde.

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Aber das Machold ist ja riesig! Es gibt einen kleineren Nebenraum im Western-Saloon-Style – er heißt auch Saloon und natürlich gibt es eine Schwungtür – sowie einen großen Hinterraum, in dem auch große Gesellschaften problemlos Platz finden. Hier ist auch das alte Brauhaus noch am besten erkennbar und kupferne Suddeckel schmücken die Wände.

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Essen ist möglich und die Gerichte wurden dem Konzept angepasst, es gibt Burger und mehr, aber auch noch gutbürgerliche Klassiker. Bei den Getränken fällt auf, dass man dem Trend zur Vielfalt folgt und gleich fünf Biere vom Fass anbietet: das helle und das dunkle Machold, Peters-Kölsch, Sion und Jever. Hier ist natürlich ein Großkonzern am Werk: Das Machold gehört ebenso wie Sion und Peters zur Radeberger-Gruppe. Überhaupt ist das Machold ja schon lange (seit den 1960ern) kein Familienbetrieb mehr und das hauseigene Bier wird auswärts in anderen Brauanlagen des Konzern produziert. Das Sortiment setzt sich jedoch auch in der Flasche vielfältig fort, es gibt acht Flaschenbiere (siehe unten), die den jüngeren Biergeschmack treffen sollen. Es bleiben natürlich ebenfalls Konzernbiere. Natürlich gibt es auch alle anderen Getränke, Whiskey, Gin, einige Hochprozentige, recht viele Weine und einige Schorlen. Man wird hier also auch als Nicht-Biertrinker glücklich, wobei uns kein Produkt als besonders ungewöhnlich ins Auge stach.

Einen Biergarten gibt es übrigens auch und der war ja immer schon einer der schönsten Biergärten Bonns, efeuumrankt und laubenartig im Innenhof zwischen alten Klinkermauern. Ein Highlight für den Sommer!

Brauhaus Bonn Machold Bier trinken gehen

Also, das Brauhaus Machold, das übrigens eigentlich Bierhaus Machold heißt, hat uns sehr positiv überrascht. Hier passt vieles: Die Atmosphäre, ein sehr freundlicher Thekenservice mit echten Barmännern, leicht rockige Musik im Hintergrund. Als Bonus gibt es ganz ungefragt ein Milchkännchen (!) mit kostenlosen Erdnüssen zum Knabbern. Doch, wer Sport, Bier und US-Stil mag, der ist hier richtig.

Deshalb unsere Meinung: Hingehen! Schöne Kombination aus Tradition und Modernität. Schöne Sportsbar in Bonn mit tollem Thekenraum.

Testtag: Freitag

Fass: Machold (hell/ dunkel), Sion, Peters, Jever

Flasche: Becks, Heineken, Corona, Desperados, Guinness (ja, aus der Falsche), Estrella Damm, Krombacher Weizen, Schneider Weisse

Besonderheiten: Bonner Sportsbar und Brauhaus in einem; hauseigenes Bier (auswärts gebraut)

Internet: www.bierhaus-machold.com

Krug/ Beuel/ Limpericher Straße

Wir sind ja bekennende Fans von Veedelskneipen und große Freunde Beuels. Doppelt Grund also, einmal die Gaststätte „Im Krug“ zu besuchen, denn wir suchen schließlich immer neue Lokale und Kneipen zum Ausgehen in Bonn.

Gaststätte Krug Bonn Beuel Kneipe mit Sky Veedelskneipe Eckkneipe

Veedelskneipen sind ja die rheinische Form der Eckkneipe. Wir mögen sie, weil sie so unkompliziert sind und typisch rheinisch jeder mit offenen Armen empfangen wird.

Also besuchten wir den Krug. Begrüßt wird der Gast hier mitten in Beuel unweit von Josephskirche und Adenauer-Platz von einer dunklen Außenfassade mit vergitterten Fenstern. Innen gibt es nur einen Raum, die klassische Einraum-Eckkneipe also. Hier treffen wir auf eine Handvoll älterer Gäste verteilt auf drei Sitznischen, alle umrahmt von Holzbänken, in deren Mitte stehen mit hellblauen Tischdecken bedeckte Tische. Über diesen sehen wir schwere Porzellan-Lampen älteren Baujahrs. Von den wenigen Gästen sitzen viele an der Theke, die das Zentrum des Raums bildet, und schauen Fußball über Sky. Es wird auch gewürfelt oder sich mit den zwei Spielautomaten beschäftigt. Der Zigarettenautomat von früher hängt noch in der Ecke. Die Wände bieten wenige dekorative Elemente: Einige Photos vergangener Tage oder Bilder aus dem Katalog sind alles. Recht düster ist es zudem auch und alter Rauch liegt in der Luft. Sympathisch finden wir einen gerahmten Bericht des General-Anzeiger über den Wirt, Hüseyin Timurdas. Dieser begegnet uns ausgesprochen freundlich, das Bier (Gaffel, Bit) wird automatisch bei leerem Glas nachgeliefert.

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Tja, was ist also unser Fazit zum Krug? Ein wenig Auffrischung könnte das Lokal aus unserer Sicht vertragen, also etwas mehr Licht, etwas mehr Pep, etwas Frische, vielleicht echte Kneipen-Deko. Andererseits sahen wir zufriedene Stammkunden und einen Wirt, der sein Geschäft sichtbar liebt und zudem zu sehr fairen Preisen ausschenkt.

Deshalb unser Fazit: Eher für Hardcore-Veedel-Fans oder die direkte Nachbarschaft.

Testtag: Dienstag

Fass: Gaffel, Bitburger

Flasche:

Besonderheiten: Fußball via Sky

Internet:

Lichtblick/ Altstadt/ Breite Straße

Das Lichtblick in der Breite Straße der Bonner Altstadt bildete den zweiten Teil unseres mittwöchlichen Kneipen-Tests im doppelten Neuland – nach der UnFassBar betraten wir auch das Lichtblick erstmalig.

Direkt an der Ecke zur Dorotheenstraße gelegen, betritt man hier im Kneipen-Bermuda-Dreieck der Altstadt – auch die Pinte und das Billa Bonn liegen an dieser Kreuzung – ein in rotes und blaues Licht getauchtes, recht einladendes Lokal, das wir eher als Bar und weniger als Bierkneipe sehen.

Lichtblick Kneipe Bar Bonn Altstadt

Dennoch gibt es reichlich Bierauswahl, vor allem neun Biere aus der Flasche (siehe unten), dazu vom Fass Sion und Radeberger. Das ist in der Menge toll, die konkreten Biere hängen allerdings scheinbar einmal mehr an der Brauereibindung des Lokals und bestechen nicht gerade durch Mut zur Auswahl – aber wer will es den Kneipen verdenken, dass sie unter den unseligen Bedingungen der Brauereibindung das beste aus der Situation machen.

Aber wie bereits beschrieben wirkt das Lichtblick auch eher barig und so stehen neben den Bieren auch Weine, Cocktails, Longdrinks, Whiskey sowie einige Schnäpse und Aperitifs, aber natürlich auch Antialkoholisches. Dabei mag auch hier die Auswahl nicht besonders speziell sein, aber uns fiel auf, dass die Preise sehr fair gehalten waren – alle Cocktails lagen um die 5,- Euro, meist sogar etwas darunter, das Whiskey-Sortiment kostete selten über 3,- Euro und der Erdbeer-Limes wird für 1,60 Euro geboten, da freut sich jeweils der Geldbeutel! (Hinweis: diese Preise sind Stand Juni 2015, für ihre Aktualität und mögliche Veränderungen übernehmen wir nicht die Gewähr).

Lichtblick Kneipe Bar Bonn Altstadt

Apropos Erdbeer-Limes, das klingt doch nach typisch studentischem Shot und tatsächlich würden wir das Lichtblick als Studentenkneipe sehen, die auch bei unserem Test vor allem von jungen Gästen besucht war.

Lichtblick Kneipe Bar Bonn Altstadt

Bleibt noch der Blick in den Innen- und Außenbereich: In den zwei Innenräumen finden sich mehrere hohe Tische mit Barhockern aus hellem Holz und auch größere Gruppen sollten hier Platz finden – wir vermuten unverifiziert, dass sich die Tische problemlos zusammenschieben lassen. Einige kleine Spiegel geben dem Raum etwas mehr Größe, ansonsten bleiben die Wände neben einigen Bildern schlicht, was zum Ambiente der schnörkellosen Cocktailbar aber passt. Außen gibt es natürlich auch im Lichtblick einige Tische und man sitzt wie bei mittlerweile fast allen Bonner Altstadt-Kneipen auf dem Bürgersteig.

Lichtblick Kneipe Bar Bonn Altstadt

Alles in allem blieben aus unserer Sicht nur zwei Fragen: Warum waren wir eigentlich fünfzehn Jahre lang nicht hier? Und heißt es eigentlich der oder das Lichtblick?

Deshalb unsere Meinung: gute Bonner Bar, vor allem für Studenten

Testtag: Mittwoch (vor Fronleichnam)

Fass: Radeberger, Sion

Flasche: Augustiner, Flensburger, Jever, Becks, Astra Urtyp, Peters, Früh, Schöfferhofer, Franziskaner

Besonderheiten: Fußballübertragungen

Internet: hier der Link zur Facebook-Seite (hier heißt das Lichtblick übrigens Sportsbar – das hat uns jetzt doch etwas überrascht)

UnFassBar/ Altstadt/ Breite Straße

In der Bonner Altstadt gab es bisher tatsächlich noch zwei Kneipen, die auch nach über fünfzehn Jahren in Bonn absolutes unbetretenes Neuland für uns waren. Und da die UnFassBar und der Lichtblick auch noch direkt benachbart sind, haben wir die Chance zu einem Doppeltest genutzt.

Wer in Bonn gute Kneipen sucht, ist in der Altstadt immer richtig. Und auch am Mittwoch vor Fronleichnam, also einem gefühlten Freitag, streiften Heerscharen von Bonner Kneipgängern und Bar-Freunden herum und bei schönem Wetter saßen vor allen Lokalen Gäste im Freien. Wir finden, dass die Stadt Bonn hier einmal eine tolle Änderung eingeführt hat, indem den Wirten erlaubt wurde, Teile der Parkflächen vor ihrem Lokal zu bestuhlen. Die Autofahrer wird es ärger, aber die Nachtschwärmer freut es natürlich.

So hat auch die UnFassBar vor dem Eingang einen Außenausschank – und zwar einen besondern kreativen und liebevollen: An tollen selfmade Stehtischen aus Baumarktpaletten, die mit einer Plexiglasscheibe abgedeckt wurden, kann man vor dem Lokal auf Barhockern sitzen oder stehen. Das ist eine wirklich gemütliche, aber vor allem auch urig-eigene Variante, die Außenfläche zu nutzen – das ist unfassbar gut gelungen! (Achtung, Wortspiel… 😉 )

Innen ist die UnFassBar in Bonn eine wirklich kneipige Kneipe: in zwei nicht allzu großen Räumen finden sich hohe Stehtische mit Barhockern aus dunklem Holz, im größeren Vorderraum sitzen viele Gäste an der Theke, die dezente Bebilderung mit Motiven der Rockgeschichte passt hierhin. Wer also eine echte Kneipe alten Stils sucht, der ist in der UnFassBar auf jeden Fall richtig.

Also ein wunderbarer Lobesbericht? Leider nein, einige subjektive Kritikpunkte haben wir durchaus. Denn eine Kneipe für alle Freunde eins traditionellen Bierkneipen-Stils, den wir selber ja sehr mögen, läuft schnell Gefahr sich zu überleben. So waren an unserem Testtag, wie gesagt einem gefühlten Freitag, außer uns ausschließlich Gäste jenseits der 50 im Lokal. Hier sehen wir ein Problem, denn die Bonner Altstadt lebt von ihrem generationenübergreifenden Ausgehgefühl und jedes Lokal braucht Gäste aus allen Altergruppen, um bei jung und alt bekannt zu werden.

Passend zu diesem Bild blieb auch die Bierauswahl mit Gaffel, Bitburger und Paulaner bescheiden. Natürlich bietet die Karte mehr als Bier, aber Ungewöhnliches abseits des Standards fanden wir nicht und wir hatten auch nicht das Gefühl, dass Experimente und Neuerungen von den Gästen erwartet würden. Das ist für ein Lokal keine ganz einfache Situation, den Stammgästen und ihren Erwartungen treu zu bleiben und sich doch zu öffnen.

Und auch die Nachfrage im Lokal, ob wir Bilder für unseren Blog schießen dürften, führte erstmal zu relativ umständlichen Erklärungen und der Gegenfrage, was denn so was bringen solle. Das kann man natürlich als besonders authentisch loben, aber wir haben ein wenig die Befürchtung, dass die UnFassBar aufpassen muss, nicht zu sehr in der Zeit stehen zu bleiben. Aber vielleicht hatten wir an unserem Testtag auch einfach nur Pech – ein Blick auf die Facebook-Seite der „Ubar“ (s.u.) bietet nämlich ein viel lebendigeres Bild.

Deshalb unsere Meinung: Eine Traditionskneipe für Freunde echter Bierkneipen, die aber eine kleine Auffrischung vertragen könnte.

Testtag: Mittwoch (vor Fronleichnam)

Fass: Gaffel, Bitburger, Paulaner

Flasche: Paulaner (Dunkel und Kristall)

Besonderheiten: —

Internet: hier der Link zur Facebook-Seite

Nachtrag: ein Twitter-Follower wies uns darauf hin, dass die Fachschaft Geschichte regelmäßig in der UnFassBar zusammenkommt und sich sehr wohl dort fühlt. Dies sei hiermit ergänzt.