Bönnsch/ Zentrum/ Sterntorbrücke

Das Bönnsch haben wir lange gemieden und eher als Traditionslokal für elterliche Pflichtbesuche genutzt. Aber es ändert sich etwas und bei unserem aktuellen Besuch waren wir sehr angetan.

Es gab Zeiten, da haben wir das Publikum als sehr touristisch bis seniorabel empfunden, doch unserer aktueller Samstagsbesuch zeigte ein komplett anderes Bild, viele junge Leute, die auch zu später Stunde locker verteilt um die Theke und einige Stehtische standen, so dass man schnell ins Gespräch kam, dazu aber auch alle andere Altersgruppen, so dass die Mischung stimmte. Das Original unter den Bonner Brauhäusern (obgleich keinesfalls das älteste!) kommt so deutlich weniger angestaubt daher. Das mag auch an der Bierauswahl liegen, die natürlich als Kern unverändert das obergärige naturtrübe Bönnsch führt (darf man hier von einem Bonner Kölsch sprechen?), aber neben dem schon einige Zeit im Programm befindlichen Weizen jetzt auch Saisonbiere enthält. So hat uns das hauseigene Märzen vollkommen überzeugt. Lecker!

Früher wie heute völlig jeder Kritik erhaben ist die Küche des Bönnsch, ordentliche rheinische Küche, häufig mit saisonalen Schwerpunkten führt. Klassisch Brauhaus eben.

Unverändert zeigen sich dagegen Schankraum und Restaurantbereich des Lokals: der bekannte lange Schlauch mit viel dunklem Holz, der Theke und Bierstehtischen im Vorderraum sowie Sitzgruppen für die hungrigen Gäste im hinteren Teil – wobei im Hinterraum natürlich auch nur getrunken werden kann. Aber Achtung: das Bönnsch ist oft sehr voll, zum Essen oder als Gruppe besser reservieren!

Schick ist die Abdeckung einer großen alten Sudpfanne über der Theke, die mit Bonner Himmelsmotiven innen einen gewissen Clou bietet. Aber auch sonst versteht sich das Bönnsch ganz als Bonner Original und pflegt die Tradition der Bundeshauptstadt in etlichen Bilder der Bonner Republik – wie wir hörten handelt es sich dabei vielfach um Motive, die ausschließlich hier zu sehen sind. Es wenig schade finden wir dennoch, dass die studentischen Motive im Hinterraum vor einigen Jahren weichen mussten und sich nun keine Erinnerung an die große Universitätstradition Bonns im 19. Jahrhundert mehr findet, denn auch das ist ja Bonner Geschichte.

Tradition sind und bleiben natürlich auch die Gläser in handgerechter Formung und dem Mund zugewandt gekrümmt (die man natürlich auch kaufen kann).

Ergänzt sei noch, dass man das obergärige Bönnsch mittlerweile auch in einigen Getränkemärkten kaufen kann (wir sahen es z.B. im EDEKA an der Bornheimer Straße…). Auch diese Abkehr vom bisher betriebenen alleinigen Hausausschank finden wir gut!

Deshalb unsere Meinung: der Klassiker, hingehen!

Testtag: Samstag

Fass: naturtrübes Bönnsch (obergärig), Bönnsch Weizen, Bönnsch Dunkel, Saisonbiere (z.B. Bönnsch Märzen)

Flasche: —

Besonderheiten: Das Bonner Kölsch – mit stilechten Gläsern in Handpassform

Internet: http://www.boennsch.de

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