Maya/ Altstadt / Breite Straße

Das Maya in der Bonner Altstadt ist der Typ Lokal, den wir schon ewig kennen, schon zig mal besucht haben – und dann doch erst nach fast zwei Jahren Kneipenbloggerei offiziell zum Test aufsuchten. Vielleicht liegt das daran, dass wir so langsam aus der Zielgruppe herauswachsen: Hier im Maya in der Breite Straße trifft man nämlich vornehmlich junge Gäste und viele Studenten, die Stimmung ist entsprechend gechillt und das passt zum Lokal. Aber vielleicht fangen wir vorne an…

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Vorne, das wäre dann wohl die Eingangstür. Gegenüber dem Babel hier am oberen Ende der Breite Straße leuchtet ein blaues „Maya“ in großen Lettern über der farbigen Fassade. Innen betritt man einen langen Schlauch und es geht farbig weiter: tiefrote Wände umranden eine zum Namen passende Indio-Bebilderung. Vom kleineren Vorderraum führt ein geräumiger Zwischengang in den größeren Hinterraum mit Theke und Musikpult, alles namenstypisch dekoriert. Im Zwischengang selber ist übrigens eine Zeichnung mit 28 Mayas in allen möglichen Posen das Highlight.

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Eigentlich würden wir sagen, dass diese Einrichtung ein wenig austauschbar ist, weil viele Bildern arg nah am Mexiko-Klischee liegen. Tatsache ist aber, dass aus unserer Sicht die Stimmung und Atmosphäre im Maya so überhaupt nicht klischeehaft sind, dass die Deko nicht stört. Stattdessen strahlt die rote Wand eine gemütliche Wärme aus und an den überall im Lokal verteilten Tischgruppen und Sesseln sitzt es sich top gemütlich. Noch besser gefallen hat uns jedoch, dass es sich nicht um spießige Gemütlichkeit handelt. Vor allem am Wochenende verwandelt sich das Maya in eine lebendige, clubbige Location. Als Ersti in Bonn würden wir ja einfach schon deshalb hierhin gehen, um jemanden kennenzulernen!

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Da wundert es nicht, dass es hier von Studenten wimmelt und auch das Angebot entsprechend gestaltet ist: Von einer langen Cocktailkarte über Wein, Sekt bis Shots ist alles dabei, auch In-Drinks wie Hugo oder Aperol. Wir als Bierfans konnten uns außerdem über eine Auswahl an 15 Bieren freuen, darunter sogar zwei echte Exoten (Dark Porter, gebraut von einer kleinen Brauerei in Gießen & ein echt mexikanisches Dos Equis). Passend auf das studentische Publikum ausgerichtet gibt es auch die gängigen Bier-Mixes von Becks etc. – wir sind davon keine Fans, aber hier gehört es irgendwie hin.

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Stichwort echt mexikanisch: es gibt im Maya eine recht umfangreiche Speisekarte mit diversen Tapas, Burgern und mehr.

Endgültig überzeugt hat uns dann die Freundlichkeit der Bedienung und ein ganz liebenswertes Detail, das jede Kneipe einführen sollte: immer am Montag darf man um den Preis des ersten Getränks würfeln und mit etwas Glück ist es gar umsonst – ja, umsonst!

Also, für uns steht fest, dass wir trotz langsam historisch werdender eigener Studienzeit öfter ins Maya müssen. Das Maya ist eine tolle studentische Kneipe in Bonn mit viel Stimmung und am Wochenende mit Party-Flair, loungiger Musik inklusive. Hier kann man in Bonn gut ein Bier oder einen Cocktail trinken!

Deshalb unsere Meinung: Diese Bonner Kneipe/ Bar ist für Studenten ein Muss und für alle anderen lohnenswert, wenn es mal etwas chilliger (Mo-Do) oder partyhafter (Fr/Sa) werden soll.

Testtag: Montag

Fass: Krombacher, Sion

Flasche: Dos Equis (Lager/ Amber Ale), Dark Porter, Flensburger, Heineken, Reissdorf, Früh, Becks (auch Mischgetränke), Corona, Desperados, Hofbräu (Weizen, Dunkles, Kristall)

Besonderheiten: Studentisch, ordentliches Cocktail-Angebot, Tex-Mex-Küche

Internet:

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Musiktruhe/ Altstadt/ Maxstraße

Ein Gastbeitrag von @DerWegi

Musiktruhe Bonn Altstadt gute Kneipe

#pubsgo100! Zum Jubiläum besuchten wir eine der bekanntesten und vielleicht auch eine der ältesten Kneipen der Altstadt. WIR sind im Allgemeinen wie immer @welovepubs inkl. Gäste und im Speziellen @DerWegi – ebenfalls Gast und heute auch Gastautor dieses Berichts. Wir reden von einem absoluten Klassiker der Bonner Kneipenszene und der längsten Theke der Stadt: Willkommen in der Musiktruhe.

Musiktruhe Bonn Altstadt gute Kneipe

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Betrieben wird der Laden vom uns gegenüber sehr aufgeschlossenen Wirt Rainer, welcher sich seit seinem Umzug aus Brühl im Jahr 1988 mit seiner Rock- und Blues-Kneipe (so die eigene Bezeichnung) etabliert hat. Als ehemaliger Musiker mit eigener Band ist es naheliegend, die Musiktruhe als solche mit der für Sie typischen Stimmung zu betreiben. Stimmung bedeutet für uns die gelungene Mischung aus Einrichtung und Musik. Bei der Einrichtung fällt der Blick zuerst auf die 18 (!) Meter lange Theke, die sich mit vielen kleinen Ausbuchtungen durch den schmalen Raum nach hinten windet. Das Gemütliche an der Theke ist zudem, dass man ihr ansieht wofür sie da ist. Kein blank poliertes Holz oder Ähnliches, sondern Spuren von zahlreichen Geschichten, die sich hier seit über 25 Jahren zugetragen haben.

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Der ganze Raum ist mit Holz verkleidet, was ihn aber keineswegs zu dunkel erscheinen lässt, sondern einen gemütlichen Eindruck macht. Passend zum Namen finden wir überall verteilt Musikinstrumente als Dekoelemente: Viele davon Gitarren, teilweise unterschrieben oder mit Widmung versehen, aber auch andere aus der Rock- bzw. Bluesszene. Insgesamt merkt man die Liebe zum Detail.

Musiktruhe Bonn Altstadt gute Kneipe

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Der zweite erwähnte Punkt, der maßgeblich zur tollen Atmosphäre in der Musiktruhe beiträgt, ist die Musik an sich bzw. deren Auswahl. Klassiker aus Rock und Blues treffen auf ihre heutigen Pendants. Man hat sofort das Gefühl, alles zu kennen oder zu mögen, was aus den Lautsprechern kommt. Wem das noch nicht reicht, sollte der Truhe auf jeden Fall an Karneval einen Besuch abstatten. Wie die gesamte Altstadt ist besonders die Musiktruhe eine absolute Hochburg des närrischen Treibens und platzt aus allen Nähten.

Wie uns erzählt wurde besteht das heutige Personal hauptsächlich aus ehemaligen Stammgästen. Man sieht sich – man kennt sich. Wer früher auf der anderen Seite der Theke gesessen hat, weiß genau was die Gäste wollen. Und genau so (im positiven Sinn) haben wir den Service auch erlebt: Aufmerksam, mit einem lockeren Spruch und mit Spaß bei der „Arbeit“ in ihrer alten Stammkneipe. Daumen hoch! Das Publikum ist eher gemischt und man trifft sich zum Bier am Abend, zu einer Runde Darts oder Billard, bis vor einigen Jahren auch zu einem Abend mit Livemusik.

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„Was trinkt man denn eigentlich?“, fragen sich natürlich viele. Schließlich reden wir hier über eine Kneipe! Neben typischen Bieren wie Dom Kölsch und Bitburger gibt es zusätzlich noch Paulaner Weizen, Köstritzer und Guinness. Fünf Fassbiere (wenn auch Klassiker) finden wir lobenswert! Das Sortiment wird noch durch diverse Flaschenbiere ergänzt. Hier sticht vor allem neben Flens, Heineken, u.a. das Bamberger Rauchbier Schlenkerla hervor.

Für den kleinen Hunger zwischendurch bietet die Truhe Pizzen und Baguettes.

Abschließend können wir die Musiktruhe jedem ans Herz legen, der sich in gemütlicher Runde und klassischer Kneipenatmosphäre treffen will. Bei guter Musik feiern, klönen und Spaß haben.

Insgesamt war die Musiktruhe ein toller Ort um das Jubiläum #pubsgo100 von und mit @welovepubs feiern zu können.

Testtag: Samstag

Fass: Dom, Bitburger, Paulaner, Köstritzer, Guinness

Flasche: Desperados, Budweiser, Flensburger, Paulaner, Schlenkerla, Kilkenny, Heineken

Besonderheit: Geschützter „Raucherwürfel“ im Innenhof (siehe Bild)

Internet: www.musiktruhe-bonn.de

Lichtblick/ Altstadt/ Breite Straße

Das Lichtblick in der Breite Straße der Bonner Altstadt bildete den zweiten Teil unseres mittwöchlichen Kneipen-Tests im doppelten Neuland – nach der UnFassBar betraten wir auch das Lichtblick erstmalig.

Direkt an der Ecke zur Dorotheenstraße gelegen, betritt man hier im Kneipen-Bermuda-Dreieck der Altstadt – auch die Pinte und das Billa Bonn liegen an dieser Kreuzung – ein in rotes und blaues Licht getauchtes, recht einladendes Lokal, das wir eher als Bar und weniger als Bierkneipe sehen.

Lichtblick Kneipe Bar Bonn Altstadt

Dennoch gibt es reichlich Bierauswahl, vor allem neun Biere aus der Flasche (siehe unten), dazu vom Fass Sion und Radeberger. Das ist in der Menge toll, die konkreten Biere hängen allerdings scheinbar einmal mehr an der Brauereibindung des Lokals und bestechen nicht gerade durch Mut zur Auswahl – aber wer will es den Kneipen verdenken, dass sie unter den unseligen Bedingungen der Brauereibindung das beste aus der Situation machen.

Aber wie bereits beschrieben wirkt das Lichtblick auch eher barig und so stehen neben den Bieren auch Weine, Cocktails, Longdrinks, Whiskey sowie einige Schnäpse und Aperitifs, aber natürlich auch Antialkoholisches. Dabei mag auch hier die Auswahl nicht besonders speziell sein, aber uns fiel auf, dass die Preise sehr fair gehalten waren – alle Cocktails lagen um die 5,- Euro, meist sogar etwas darunter, das Whiskey-Sortiment kostete selten über 3,- Euro und der Erdbeer-Limes wird für 1,60 Euro geboten, da freut sich jeweils der Geldbeutel! (Hinweis: diese Preise sind Stand Juni 2015, für ihre Aktualität und mögliche Veränderungen übernehmen wir nicht die Gewähr).

Lichtblick Kneipe Bar Bonn Altstadt

Apropos Erdbeer-Limes, das klingt doch nach typisch studentischem Shot und tatsächlich würden wir das Lichtblick als Studentenkneipe sehen, die auch bei unserem Test vor allem von jungen Gästen besucht war.

Lichtblick Kneipe Bar Bonn Altstadt

Bleibt noch der Blick in den Innen- und Außenbereich: In den zwei Innenräumen finden sich mehrere hohe Tische mit Barhockern aus hellem Holz und auch größere Gruppen sollten hier Platz finden – wir vermuten unverifiziert, dass sich die Tische problemlos zusammenschieben lassen. Einige kleine Spiegel geben dem Raum etwas mehr Größe, ansonsten bleiben die Wände neben einigen Bildern schlicht, was zum Ambiente der schnörkellosen Cocktailbar aber passt. Außen gibt es natürlich auch im Lichtblick einige Tische und man sitzt wie bei mittlerweile fast allen Bonner Altstadt-Kneipen auf dem Bürgersteig.

Lichtblick Kneipe Bar Bonn Altstadt

Alles in allem blieben aus unserer Sicht nur zwei Fragen: Warum waren wir eigentlich fünfzehn Jahre lang nicht hier? Und heißt es eigentlich der oder das Lichtblick?

Deshalb unsere Meinung: gute Bonner Bar, vor allem für Studenten

Testtag: Mittwoch (vor Fronleichnam)

Fass: Radeberger, Sion

Flasche: Augustiner, Flensburger, Jever, Becks, Astra Urtyp, Peters, Früh, Schöfferhofer, Franziskaner

Besonderheiten: Fußballübertragungen

Internet: hier der Link zur Facebook-Seite (hier heißt das Lichtblick übrigens Sportsbar – das hat uns jetzt doch etwas überrascht)

Zone/ Altstadt/ Maxstraße

Die Zone – kennt ihr? Oder Kennt ihr nicht? Kennt nämlich eigentlich jeder: die Zone ist ein Kneipenklassiker in der Bonner Altstadt!

Zone (1)

Wie stellt man so eine Traditionskneipe Bonns bloß vor? Versuchen wir es mal mit Hashtags: #bluesbar #kneipig #kleinaberfein #bierfreunde #whisky #altstadt #gehtdahin

Alles klar? Was, ihr wollt es detaillierter? Na gut…

#bluesbar: die Zone ist eigentlich die Bluesbar Bonns und bietet neben guter solider Rockmusik aus den 80ern auch viel Blues und teilweise Konzerte – ein Blick auf die Homepage (s.u.) lohnt immer!

#kneipig: die Zone ist eine echte Kneipe. Wer eine herrlich dunkel angehauchte Lokalität zum klassischen Biertrinken mit Option auf open end und Versacken sucht, ist hier auf jeden Fall richtig! Im einzigen Innenraum kommt man am in etwa achteckigen Tresen nicht vorbei. Hier spielt das Leben, aber einige Sitz- Stehtische gibt es auch. Wer dann wirklich versackt, der kann immer noch wählen, ob er sich daheim die Schelte der Frau abholt oder den Galgen (kein Witz) neben der Tür wählt…

Zone (3)

#kleinaberfein: die Zone ist nicht groß, hat aber Charme. Es gibt nur wenige Tische – eine Zehnergruppe findet hier also eher schwer Platz – aber dafür ist man immer mitten drin. Eine große Spiegelwand lässt den Raum größer wirken. Ansonsten präsentiert sich das Innere dunkel-munkelig – aber auch heimelig: im TV verglimmt ein Kaminfeuer.

#bierfreunde: Martin, der Wirt, betreibt ein Lokal für Freunde des Bieres und nicht für seine Quäler und Lästerer. Als Beleg dafür mögen die ausgeschenkten Fassbiere dienen: Flensburger und Mühlen – grundsolide, Tendenz malzig bis herb! Dazu noch Tannzäpfle, zwei Weizen (Paulaner und Mühlen – das brauen die nämlich auch) und für die Zugereisten aus der rheinischen Provinz auch ein Altbier. Läuft! Was nicht läuft sind Versuche, Bieren Schmerzen zuzufügen. Limonadengetränke gehören nun einmal nicht in ein Bier. Wer lange genug bettelt, der bekommt natürlich auch das, zahlt aber 5 Cent drauf für die dem Wirt auferlegte Pein – auch kein Witz! Und nach Bananenweizen kann man fragen, bekommt man aber nicht. Da stimmen wir vollkommen zu. Das hat der liebe Gott nicht gewollt.

Zone (2)

#whisky: die Zone ist aber kein reines Bierlokal. Die Whiskyauswahl darf als ganz vorzüglich bezeichnet werden.

#altstadt: da liegt die Zone. Von außen sieht man aber nicht viel – getönte Scheiben. Rausgucken ist ja eh schöner. Und reingehen lohnt sich

Deshalb unsere Meinung: #gehtdahin

Testtag: Freitag

Fass: Mühlen, Flensburger

Flasche: Tannzäpfle, Mühlen Weizen, Paulaner Weizen, Diebels Alt

Besonderheiten: Konzerte – und der Galgen

Internet: www.zone-bonn.de

(Und ganz um Schluss und ganz ohne # ein politisches Statement: wir kennen die Zone nun schon lange Jahre, also auch schon vor dem Nichtraucherschutzgesetz in seiner überarbeiteten Fassung. Liebe Landesregierung: wir verstehen, dass man im Altbierparadies Düsseldorf auf solche Ideen kommt. Aber für kleine Lokale mit gerade einmal 25qm Schankfläche und ohne Speisen ist dieses Gesetzt existenzbedrohend. Hier wollen Bier, Whisky und Zigarettenqualm einfach zusammenfinden. Und hierhin verirrt sich ohnehin niemand, den Rauch stört. Ach, wir vergaßen, der Mitarbeiterschutz… Martin steht als Wirt wirklich immer alleine hinter der Theke. Nun ja, dann verlassen die Gäste halt kurz das Lokal und rauchen draußen – oh, pardon, zu laut? Wir hören schon das Ordnungsamt der Lärmschutzstadt Bonn aufgrund von Anwohnbeschwerden heranrauschen…)

Zartbitter/ Südstadt/ Argelanderstraße

Das Zartbitter – oder liebevoll Zabi – zählt nicht nur zu den ältesten Kneipen in Bonn, sondern es ist (abgesehen von den alten Brauhäusern) nach eigene Aussage die älteste Kneipe und befindet sich schon seit 1968 in der Bonner Südstadt und dort an der Ecke Argelanderstraße/ Königstraße in einem wunderschönen Jugendstilhaus.

Zartbitter Bonn Kneipe

Selber bezeichnet sich das Zartbitter auf seiner Homepage als „Kneipe, Bier- und Weinlokal in der Bonner Südstadt“ und tatsächlich werden kleinere Bistro-Gerichte (Baguette, Suppen, marinierter Schafskäse etc.), verschiedene Weine und auch andere klassische Alkoholika angeboten, aus unserer Sicht liegt der Schwerpunkt jedoch eindeutig auf den Bieren, denn hier ist die Auswahl nennenswert und hat uns begeistert:

Neben Bitburger (hm…) und Früh (hm, hm…) wird Flensburger vom Fass ausgeschenkt, was dieses an sich schon lecker herbe Bier noch einmal aufwertet und frisch gezapft in Bonn auch selten ist. Auch das Weizen (Paulaner) kommt frisch vom Hahn und aus der Flasche wird es richtig spannend, denn hier finden sich gleich sechs belgische Biere, darunter zwei Fruchtbiere. Soweit wir wissen, ist das die größte Auswahl an belgischen Bieren in einer Bonner Kneipe und bevor jetzt jemand entsetzt aufstöhnt und die Reinheitsgebot-Debatte lostritt: wir mögen Vielfalt und die Belgier können brauen! Natürlich sind Grimbergen, Leffe, Westmalle, Hoegaarden und Lindemans aus belgischer Sicht Klassiker, aber für Bonn in dieser Menge doch etwas besonders.

Zartbitter (3)

Das Publikum im Zartbitter entspricht dem Durchschnitt der Bonner Südstadt, wobei uns hier immer mehr auffällt, dass dieses Viertel (leider) weniger studentisch wird (weshalb wir diesem Phänomen ein OFF Topic gewidmet haben). So trafen sich bei unserem Freitags-Test im ordentlich gefüllten Zabi eher die post-studentischen Gäste, also die mit der Südstadt mitgewachsenen Studenten von gestern.

Die Stimmung ist entspannt und kneipig, die Bedienung freundlich und zu einem Plausch aufgelegt- wir hatten den Eindruck, dass unser Barkeeper (Andre) hier nicht nur arbeitet, sondern Kneipe lebt und gerne über das Lokal und die Getränke Auskunft gibt. Und da es dazu noch im guten alten Kneipenstil Salzstangen auf den Tisch gab, waren wir vollends angetan – Klasse!

Dennoch erlauben wir uns, an dieser Institution leichte Kritik zu üben und blicken dabei auf das Interieur: etwas in der Zeit stehengeblieben wirken die Vorhänge aus den 80er oder 90er Jahren, auch der ausgelegt Teppich könnte eine Auffrischung vertragen und die Blumendekoration wirkt etwas unkneipig. Seltsam mutet auch die Deckengestaltung an. Ja, richtig gehört, die Deckengestaltung, denn im Zartbitter gibt es Stuckdecken, die jedoch durch eine ungünstige Lampenanbringung untergehen oder sogar von Abluftrohren überbaut sind. Schade!

Zartbitter (1)

Gut gefiel uns dagegen die Mischung aus Stehtischen und Sitzecken sowie ein Regal mit Büchern und Zeitschriften, die ein angenehmes Wohnzimmergefühl entsteht lassen.

Außerdem sei auf die kleine Terrasse hingewiesen, die durch ihre Ecklage im Sommer einen schönen Blick auf das Straßengeschehen der Südstadt bietet. Dennoch sitzt man hier ruhig, leicht grün eingerahmt und auf sicherer Distanz zur Straße – aus unserer Sicht eine schöne und vor allem schattig kühle Sommeralternative.

Deshalb unsere Meinung: Klassiker mit guter Bierauswahl – zu jeder Jahreszeit die richtige Wahl!

Testtag: Freitag

Fass: Flensburger, Bitburger, Früh, Paulaner

Flasche: Grimbergen, Leffe, Westmalle, Hoegaarden und Lindemans

Besonderheiten: Bonner Kneipe mit großer Auswahl an belgischen Bieren

Internet: http://www.zabi-bonn.de

Zartbitter (2)