Zartbitter/ Südstadt/ Argelanderstraße

Das Zartbitter – oder liebevoll Zabi – zählt nicht nur zu den ältesten Kneipen in Bonn, sondern es ist (abgesehen von den alten Brauhäusern) nach eigene Aussage die älteste Kneipe und befindet sich schon seit 1968 in der Bonner Südstadt und dort an der Ecke Argelanderstraße/ Königstraße in einem wunderschönen Jugendstilhaus.

Zartbitter Bonn Kneipe

Selber bezeichnet sich das Zartbitter auf seiner Homepage als „Kneipe, Bier- und Weinlokal in der Bonner Südstadt“ und tatsächlich werden kleinere Bistro-Gerichte (Baguette, Suppen, marinierter Schafskäse etc.), verschiedene Weine und auch andere klassische Alkoholika angeboten, aus unserer Sicht liegt der Schwerpunkt jedoch eindeutig auf den Bieren, denn hier ist die Auswahl nennenswert und hat uns begeistert:

Neben Bitburger (hm…) und Früh (hm, hm…) wird Flensburger vom Fass ausgeschenkt, was dieses an sich schon lecker herbe Bier noch einmal aufwertet und frisch gezapft in Bonn auch selten ist. Auch das Weizen (Paulaner) kommt frisch vom Hahn und aus der Flasche wird es richtig spannend, denn hier finden sich gleich sechs belgische Biere, darunter zwei Fruchtbiere. Soweit wir wissen, ist das die größte Auswahl an belgischen Bieren in einer Bonner Kneipe und bevor jetzt jemand entsetzt aufstöhnt und die Reinheitsgebot-Debatte lostritt: wir mögen Vielfalt und die Belgier können brauen! Natürlich sind Grimbergen, Leffe, Westmalle, Hoegaarden und Lindemans aus belgischer Sicht Klassiker, aber für Bonn in dieser Menge doch etwas besonders.

Zartbitter (3)

Das Publikum im Zartbitter entspricht dem Durchschnitt der Bonner Südstadt, wobei uns hier immer mehr auffällt, dass dieses Viertel (leider) weniger studentisch wird (weshalb wir diesem Phänomen ein OFF Topic gewidmet haben). So trafen sich bei unserem Freitags-Test im ordentlich gefüllten Zabi eher die post-studentischen Gäste, also die mit der Südstadt mitgewachsenen Studenten von gestern.

Die Stimmung ist entspannt und kneipig, die Bedienung freundlich und zu einem Plausch aufgelegt- wir hatten den Eindruck, dass unser Barkeeper (Andre) hier nicht nur arbeitet, sondern Kneipe lebt und gerne über das Lokal und die Getränke Auskunft gibt. Und da es dazu noch im guten alten Kneipenstil Salzstangen auf den Tisch gab, waren wir vollends angetan – Klasse!

Dennoch erlauben wir uns, an dieser Institution leichte Kritik zu üben und blicken dabei auf das Interieur: etwas in der Zeit stehengeblieben wirken die Vorhänge aus den 80er oder 90er Jahren, auch der ausgelegt Teppich könnte eine Auffrischung vertragen und die Blumendekoration wirkt etwas unkneipig. Seltsam mutet auch die Deckengestaltung an. Ja, richtig gehört, die Deckengestaltung, denn im Zartbitter gibt es Stuckdecken, die jedoch durch eine ungünstige Lampenanbringung untergehen oder sogar von Abluftrohren überbaut sind. Schade!

Zartbitter (1)

Gut gefiel uns dagegen die Mischung aus Stehtischen und Sitzecken sowie ein Regal mit Büchern und Zeitschriften, die ein angenehmes Wohnzimmergefühl entsteht lassen.

Außerdem sei auf die kleine Terrasse hingewiesen, die durch ihre Ecklage im Sommer einen schönen Blick auf das Straßengeschehen der Südstadt bietet. Dennoch sitzt man hier ruhig, leicht grün eingerahmt und auf sicherer Distanz zur Straße – aus unserer Sicht eine schöne und vor allem schattig kühle Sommeralternative.

Deshalb unsere Meinung: Klassiker mit guter Bierauswahl – zu jeder Jahreszeit die richtige Wahl!

Testtag: Freitag

Fass: Flensburger, Bitburger, Früh, Paulaner

Flasche: Grimbergen, Leffe, Westmalle, Hoegaarden und Lindemans

Besonderheiten: Bonner Kneipe mit großer Auswahl an belgischen Bieren

Internet: http://www.zabi-bonn.de

Zartbitter (2)

 

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Seasons/ Brühl/ Bahnhofstraße

Wir waren diese Woche mal im Bonner Umland unterwegs und müssen sagen: Brühls Ausgehmeile weiß zu gefallen – vor allem, weil es sich wirklich um eine kleine Kneipenmeile mit mehreren Ausgehmöglichkeiten rund um den Markt handelt! Hier fanden wir wiederum das Seasons positiv herausstechend und haben es prompt getestet.

Seasons Brühl (1)

Schon die Außenfassade des Seasons lädt mit der schlichten Eleganz altroten Backseins ein und strahlt die Gemütlichkeit einer urigen Kneipe aus. Dies wird im Inneren durch rustikale Holzmöbel und einen weit nach hinten reichenden, verwinkelten Kneipraum vertieft. Viele Bar-Email-Schilder lockern das Bild jedoch frisch und jung auf und der mit Leder-Sitzreihen und dunkelroter Tapete gehaltene Hinterraum wirkt beinahe wie ein klassischer englischer Pub.

Dabei versucht sich das Seasons eher als belgische oder niederländische Kneipe (das verschwimmt etwas) und schenkt entsprechende Biere aus. Stichwort Trinken: Die Bierauswahl ist groß, enthält vom Fass die obligatorischen Kölsch-(Gaffel)- und Pils-(Bit)-Klassiker, dazu jedoch auch zwei Grimbergen und auch Heineken, Guinness und Paulaner vom Fass. Aus der Flasche kann der Gast dazu zwischen Palm, Estrella, Corona und Kilkenny wählen. Zugegeben: die Mischung ist gewagt und im Detail kann man über die Biere streiten (wir mögen Grimbergen, viele unserer Freunde nicht, dafür stehen wir Corona kritisch gegenüber…). Aber Mut zur Auswahl und Biere, die nicht jedes Lokal ausschenkt, das müssen wir einfach loben! Aber das Seasons bedient nicht nur die Biertrinker: wer der Hopfenkaltschale eher abgeneigt ist, findet auf der Karte z.B. auch eine nennenswerte Auswahl an Cocktails und Whisky.

Seasons Brühl (4)

Selbiges gilt für die Speisekarte: obwohl aus unserer Sicht eher Kneipe als Restaurant, steht doch eine reichhaltige Auswahl an Speisen bereit und uns haben vor allem die Biersnacks überzeugt – probiert den Teller der Sünde! Er heißt zwar nicht so, sollte aber so heißen, denn wie sonst kann man eine ganze Platte frittierter Fleischgerichte nennen? (Offiziell heißt es Snackplatte und wird in großer und kleiner Form angeboten). Die weitere Speisekarte kommt international daher mit einigen mexikanischen und auch orientalischen Gerichten sowie Steaks, Wraps, Salaten – hier sollte für jeden etwas dabei sein.

Nach all dem Lob wird der eine oder andere vielleicht trotzdem noch kritisch den Kopf schütteln und denken: Brühl? Wirklich? Zugegeben, nach Brühl fährt man nicht zwingend für eine Kneipe, auch nicht für eine gute. Aber wer sich mal mit Kölner Freunden in der Mitte treffen will oder das Brühler Schloss besucht, dem empfehlen wir das Seasons, das an Getränken, Essen, Ambiente und auch Gästen (an einem Montag gut von jung bis alt gefüllt) überzeugte. Bei schönem Wetter steht übrigens ruhig an der Seitenfront gelegen ein nett mit Efeu eingefasster Außenausschank zur Verfügung.

Deshalb unsere Meinung: ausprobieren (z.B. nach einem Besuch im Brühler Schloss)

Testtag: Montag

Fass: Gaffel, Bit, Grimbergen (Blond & Dubbel), Heineken, Guinness

Flasche: Palm, Estrella Damm, Corona, Kilkenny

Besonderheiten: Krimi-Dinner in unregelmäßigen Abständen

Internet: http://www.seasons-bruehl.de

Seasons Brühl (2)