Voyager/ Zentrum/ Rheingasse

Die Rheingasse hinter der Bonner Oper, die die Adenauerallee/ den Belderberg mit dem Fluss verbindet, liegt zwar absolut zentral in der Stadt, aber dennoch durchquert man diese kleine Straße eher selten und sie darf getrost als etwas abseitig des Zentrum beschrieben werden. Doch der Gang lohn sich, denn seit einigen Wochen residiert hier der Spiele-Pub Voyager in den Räumen eines ehemaligen vietnamesischen Restaurants.

Voyager (1)

Spiele-Pub? Wir können uns die Fragezeichen in den Gesichert vorstellen. Aber das Konzept ist einfach: Das Voyager ist natürlich eine Kneipe mit allem, was eine Kneipe ausmacht, dabei durchaus um den Charme eines echten englischen Pub bemüht. Parallel dazu gibt es jedoch ein Spielesortiment mit Karten-, Brett-, Rollenspielen etc. aller Art. Der Gast kommt, trinkt sein Bier, klönt – oder spielt ein Spiel. Die Spiele kosten dabei eine Leihgebühr von einem Euro pro Person pro Tag/ Abend (also nicht pro Spiel – das macht es günstig!). Eigene Spiele dürfen jedoch mitgebracht werden, soweit es Spiele sind, die das Voyager nicht vorhält – was nach unserer Erfahrung bei der unfassbaren Auswahl unwahrscheinlich ist. Es finden sich sogar Spiele auf Englisch oder anderen Sprachen im Sortiment.

Voyager (3)

Hier wurde also ein für Bonn ganz neues Kneipenkonzept geschaffen und da sagen wir natürlich: eine echte Bereicherung! Jetzt möchte vielleicht der eine oder andere Leser fragen: na und, eine Kneipe stellt Spiele hin, aber das nutzt doch keiner… Ganz und gar nicht! Bei unserem Besuch (unter der Woche!) war das Voyager gut gefüllt und an ausnahmslos allen Tischen wurde gespielt! Vielleicht sollten wir an dieser Stelle auch kurz einen Satz zum Publikum sagen: ganz offensichtlich scheint eine große Zahl Menschen auf dieses Konzept gewartet zu haben und die Gäste waren fast ausnahmslos optisch den Bereichen Hardrock, Fantasy und Rollenspiel zuzuordnen (pardon, wenn das in unseren Worten ungenau ist – hier sind wir Laien…). Das ist toll, das ist sehr homogen, könnte aber auch dazu führen, dass sich der Jurist aus dem Juridicum oder die unbedarfte Erstsemesterpädagogin etwas fremd fühlen. Wir sagen allerdings: das muss nicht sein, die Stimmung ist freundlich, gesellig und niemand wird schräg angeschaut, nur weil er/sie weniger Fantasy-affin wirkt.

Aber zum Lokal selber: hinter einen großen Fensterfront verbirgt sich erst einmal ein langer Schlauch und hier rechts eine lange Theke und links einige kleinere Zweiertische. Der Schlauch mündet in einem großen Raum mit weiteren dunklen Holztischen und -stühlen für mittlere bis große Gruppen. Im Kellergeschoss finden sich dazu einige chillige Sofas und Sessel und Platz für eine große Gesellschaft.

Das Voyager tritt dabei eher als Pub auf – allerdings würde hier einer unserer wenigen Kritikpunkte ansetzten: noch fehlt ein wenig das Interieur für ein echtes Pub- oder Kneipengefühl. Aber das Voyager ist jung und die Ausstattung scheint noch im Fluss zu sein.

Voyager (4)

Unbedingt loben möchten wir zum Schluss die Bierauswahl (das beste zum Schluss!): sie ist riesig und positiv-exotisch, dem Pub-Charakter gemäß mit einigen englischen Highlights. So finden sich auf der Karte zwar Klassiker wie Reissdorf, Veltins und Erdinger, aber auch ein Held-Bräu aus Franken und ein Rauchbier. Dazu werden je fünf belgische und englische Biere aus der Flasche geboten. Wir sagen nur Wychwood! Sheperds Neame! Ein IPA! Und damit nicht genug: eine Reihe wechselnder Biere runden das Bild ab; bei unserem Besuch immerhin ein Störtebeker, ein Odin-Honigbier und die Schlappe Seppel! Da spielt es auch keine Rolle, dass alle Biere ausnahmslos aus der Flasche geboten werden.

Ach ja, essen ist auch möglich und es gibt eine kleine Karte mit typischen Pub-Gerichten (Burger…), aber z.B. auch Pfannkuchen, alles zu fairen Preisen.

Deshalb unsere Meinung: ausprobieren! Eine Bereicherung für Bonn!

Testtag: Donnerstag

Fass: —

Flasche:Reissdorf, Veltins, Erdinger, Held-Bräu dunkles Bauernbier, Aecht Schlenkerla Rauchbier, Westmalle Dubbel, Lindemans (Kirsch), Leffe Bruin, Gulden Draak, Trappistes Rocheford, Wychwood (Hobgoblin – Dr. Thirsty Ale – Ginger Beard), Shepherds Neame (IPA & Double Stout) – sowie weitere wechselnde Angebote.

Besonderheiten: Pub der 1000 Spiele… und spannender Biere!

Internet: www.voyager-bonn.de

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Flynn`s Inn/ Altstadt/ Wolfstraße

Es gibt Neuigkeiten in der Bonner Pub- und Kneipenszene! Die Bierquelle in der Altstadt existiert seit Dezember 2013 nicht mehr und die entstandene Lücke am Ort dieser ehemaligen Veedelskneipe schließt seit Anfang Februar 2014 Dave Flynn mit dem echt irischen „Flynn`s Inn“. Dave betrieb bisher ein Lokal in Karlsruhe gleichen Namens, zog dann aber aus privaten Gründen aus Bonn und hat hier quasi sein eigenes Franchise gegründet. Dennoch handelt es sich keinesfalls um eine Kette, sondern um einen unglaublich liebevoll und authentisch geführten echten Pub.

Flynn

Das neue Lokal versteht sich dabei nicht als reiner Pub, sondern vor allem als Whisky-Bar (oder, wie es das Eingangsschild in irischer Schreibung zeigt: Whiskey-Bar). Entsprechend überzeugend fällt deshalb auch die unzählbare Auswahl an Whiskysorten aus, zu der Dave übrigens sehr gerne und fachkundig Auskünfte und Tipps gibt!

Wychwod

Auf der Bierkarte finden sich mit Guinness und Kilkenny zwei irische Klassiker, beide natürlich vom Fass und auch zum Black & Tan mischbar (lecker!). Deutsche Biere gibt es auch, aufgrund der Brauereibindung bestand hier für Dave aber wenig Spielraum (Bit, Gaffel). Dafür beweist das Flynn`s Inn aus der Flasche Mut zu Exoten und führt auch kleinere Brauereien und Craftbeer – ja, es gibt sogar eine eigene Craftbeer-Karte! Das Angebot wechselt hier regelmäßig, zuletzt wurden z.B. so leckere Getränke wie Hobgoblin und anderes von Wychwood ausgeschenkt, aber auch Biere von Craftwerk, Galway Hooker oder ein spannendes Craft-Pils („Puck Pilsener“).

(PS: Der Kenner mag uns hier kritisieren, dass wir den Begriff Craftbeer sehr weit fassen, aber hier vereinfachen wir und unsere Detailsicht findet man in diesem Off Topic).

Hobgoblin

Das Ambiente des Flynn`s Inn erinnert in keinster Weise mehr an die alte Bierquelle, sondern wurde im echten Pub-Stil überarbeitet: dunkles Holz an den Wänden, viele Stehtische, Fässer mit Barhockern und eine Theke, die zum Verweilen einlädt. Oberhalb der Holzvertäfelung sind die Wände dunkelrot gehalten – hier wurde ein echter Pub gezaubert (ok, ok: Whiskey-Bar…)!

Flynn`s Inn Bonn Altstadt Pub Flynn`s Inn Bonn Altstadt Pub

Und was gehört in jeden Pub? Richtig – ein Pub-Quiz. Das gibt es immer dienstags.

Nach kurzer Startphase ohne Küche kann man mittlerweile im Flynn’s Inn auch essen: die kleine Speisekarte enthält einige Burger sowie Fish & Chips (nur am Freitag), alles zu fairen Preisen (7-9 Euro), sehr lecker und vom Chef selber zubereitet. Zu Fish & Chips gibt es am Freitag ein Special Offer: Essen plus ein Pint Bier plus einen Whisky zu 15,- Euro – da kann man absolut nicht meckern!

Flynn  (2)

Insgesamt lebt dieses neue Juwel in Bonns Kneipenszene von seinem authentischen Charakter: freundlicher Wirt, echter Ire, es wird viel englisch gesprochen – und sogar die klassischen kleinen Chipstüten entstammen einer irischen Marke. Dadurch erklärt sich, dass das Flynn`s Inn bei unserem ersten Test (von mittlerweile vielen) auch an einem eher Kneipen-feindlichen Tag (Mittwoch) gut gefüllt war (wie übrigens immer). Hier ist also wirklich ein schöner, authentischer Pub entstanden und wir sind gar nicht überrascht, dass sich das Flynn`s Inn Bonn in Rekordzeit zu einem der angesagtesten Pubs in Bonn entwickelt hat.

Deshalb unsere Meinung: Neu, aber schon der vielleicht schönste Irish Pub in Bonn!

Testtag: Mittwoch

Fass: Guinness, Kilkenny, Bit, Gaffel

Flasche wechselnd, zuletzt u.a.: Craftwerk (Hop Head IPA, Holy Cowl, Tangerine Dream), Tennent`s Stout, Wychwood (Hobgoblin, Kinggoblin Dark, Imperial Ruby Red, Black Wych Porter), Galway Hooker (und weitere Biere von Galway), Jack Codys Puck Pilsener

Besonderheiten: Gute Küche, netter Wirt, große Whiskey-Auswahl, Dienstag Pub-Quiz

Internet: flynnsinn.de/bn/