Zum Alten Schützenhäuschen/ Endenich/ Endenicher Straße

Eigentlich wollten wir ja mit „Bonn geht essen“ und „Glückstweety“ den Karsamstag nutzen, um ein neues türkisches Lokal in der Bonner Altstadt zu testen, das dann allerdings doch noch nicht geöffnet hatte. Was lag da näher, als einen Dreifachtest einzuberufen: auf der Suche nach gutem Essen, Bier und Glück…

Schützenhäuschen (1)

Unser Vorschlag war das Alte Schützenhäuschen in Bonn-Endenich, ein Traditionslokal irgendwo zwischen Veedelskneipe und gutbürgerlicher Küche.

Die Außenfassade verspricht auch tatsächlich langjährige Tradition und das Haus wird familiär betrieben und gehört fest zum Endenicher Stadtbild. Das Innere besteht im Vorderraum aus einer umlaufenden hellen Holzbank, an der sich Vierertische mit rustikalen Holzstühlen gruppieren, teils in kleinere Nischen unterteilt. Hier im vorderen Teil des Lokals befindet sich auch die hölzerne Theke mit Schnitzereien, die Eichenfässer imitieren und dazu passend gusseisern beschlagen sind. Neben dem Vorderraum zieht sich jedoch ein langer Schlauch nach hinten, der auch größeren Gesellschaften Raum bietet.

Grundsätzlich schien uns das Alte Schützenhäuschen zwei in einem zu sein: Kneipe und Restaurant. Einerseits wird im Vorderraum an der Theke verweilt und ein Kölsch getrunken, während der Wirt Zeit zu einem Schwätzchen hat. Andererseits wird hier auch gegessen: die Karte bietet Schnitzel- und Steakgerichte, die zwar nicht herausragen, aber zum bodenständigen Charakter des Hauses passen.

Unstimmig fanden wir Teile der Einrichtung: Plastik-Ostereier auf den Tischen und ein Spielautomat in der Ecke – na ja… Auf zwei Fernsehern lief zudem die Sportschau, die wir nicht zwingend in einer Kneipe ausstrahlen würden, denn Free-TV ist nun einmal nicht exklusiv und muss deshalb nicht öffentlich gezeigt werden.

Allerdings passt das alles – ebenso wie die eher magere Getränkeauswahl: Königs Pilsener, Gaffel, Erdinger, teils nicht in passenden Gläsern ausgeschenkt (KöPi im Weizenglas?) zwei Säfte, ein Wasser, etwas Wein – zur Ausrichtung: genau die im Alten Schützenhäuschen zu findende Mischung aus Restaurant und Eckkneipe sehen wir als Archetyp der klassischen Dorfkneipe. Und wir wollen Endenich nicht zu nahe treten, aber es hat sich Dorfcharme bewahrt. Deshalb passt es durchaus, dass sich hier an der Hauptstraße dieses zum Stadtteil gewordenen Dorfes in direkter Fußnähe zu Kneipen-Klassikern wie dem Fiddler`s oder der Harmonie noch ein eher einfaches, bodenständiges Lokal ohne großen Trubel findet. Wir gewannen bei unserem Besuch nämlich durchaus das Gefühl, dass die eher älteren Gäste noch echte Endenicher waren und man ins Alte Schützenhäuschen geht, wenn man hier noch zum alten, eingesessenen Stamm gehört. Oder man kehrt hier ein, um in der lokalen Runde zu kegeln – denn das Schützenhäuschen verfügt über zwei Kegelbahnen.

Deshalb unsere Meinung: kein In-Lokal, aber ein solides gutbürgerliches Bonner Gasthaus im alten Stil für den normalen Abend bei Bier und Schnitzel

Testtag: (Kar-) Samstag

Fass: König Pilsener, Gaffel

Flasche: Erdinger

Besonderheiten: Kegelbahn

Internet: www.zum-alten-schuetzenhaeuschen.de

PS: den Bericht von Bonn geht essen zum Schützenhäuschen findet ihr hier!

Schützenhäuschen (2)

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Café Blau/ Zentrum/ Franziskanerstraße


„Eh, was soll das denn schon wieder – ihr seid doch ein Blog über Kneipen!“

„Ach so, nein, keine Sorge. Wir bleiben den Kneipen treu. Aber das Café Blau ist trotz seines Namens mal wieder so ein Bonner Misch-Ding und lohnt sich zu jeder Tageszeit.“


Cafe Blau (4)

Also alle Einwände direkt geklärt? Ok, denn kann ja unser Testbericht folgen: Das Café Blau oder kurz das Blau direkt hinter dem Uni-Hauptgebäude kennen vermutlich alle noch aus ihrer Studentenzeit. Wir selber wissen gar nicht mehr, zu wie viele Kaffeepausen zwischen Seminaren und noch mehr Dates wir hier zu Gast waren. Tatsächlich geht man hier eher zu Kaffee, Frühstück, Brunch oder Mittagspause hin. Aber auch am Abend bietet das Blau einiges – z.B. 13 verschiedene Biersorten, Wein und Cocktails.

Cafe Blau (1)

Das Innere das Café Blau scheint seit den 80ern unverändert zu sein und ist vermutlich auch deshalb zu allen Zeiten angesagt. So erschein es uns, dass das ohnehin studentische Publikum noch ein wenig hipper geworden ist – weshalb wir das Blau auch in die Kategorie „Hip bis Hipster“ aufnehmen und der Meinung sind, dass es in Bonn viel zu wenige derart gewachsene coole Ausgeh-Locations gibt!

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Getreu dem Namen sind die Wände je halb hell- und dunkelblau gestrichen, Theke wie Beleuchtung kommen old-school im original 80er-Look daher – vor allem der überdimensionale Glas-Kronleuchter irgendwo zwischen Bauhaus und Stalin-Barock.

Sitzgelegenheiten bieten sich auf zwei großen gerundeten Sofagarnituren sowie auf Plastikstühlen an Holztischen. Letzteres mag banal klingen, passt aber ins Konzept. Das gilt auch für die Plastikblumen hinter der Theke, an der man zwar nicht steht und klönt, die aber dennoch den Raum bereichert. Alles in allem also ein stimmiges Konzept, dass heute problemlos jeden Hipster befriedigt, aber gerade nicht gewollt, sondern einfach da ist.

Cafe Blau (3)

Und dreizehn (in Zahlen: 13!) Biere: Vom Fass Reissdorf und Köpi, aus der Flasche Mühlen, Tannzäpfle, Astra, Astra Rotlicht, Augustiner, Budweiser (Budvar), Heineken, Franziskaner, Corona, Desperados. Von wegen Café! Essen ist wie gesagt möglich und die Preise sind fair – wie es sich für ein Studentenlokal gehört! Deshalb wollen wir auch gar nicht auf die Kritik eingehen, die teilweise geäußert wird: langsamer Service, Essen nicht immer auf 1a-Qualität… Erstens haben wir diese Erfahrung selten gemacht und zweiten: sind das wirklich die Kritikpunkte, an denen man eine coole studentische Ausgeh-Location misst?

Cafe Blau (2)

Dennoch müssen wir Wasser in den Wein gießen: dem Blau droht der Abriss. Aus unserer Sicht ein Skandal, denn obwohl wir ein großer Freund neuer Bauprojekte sind, überwiegen hier Tradition und Bausubstanz (die Glasmalerei-Fensterfront des alten Viktoriabads direkt neben dem Blau!).

Deshalb unsere Meinung: Hingehen! Echte Abend-Alternative, auch schön für ein Date und fast schon zu stylish für Bonn

Testtag: Donnerstag

Fass: Reissdorf, Köpi

Flasche: Mühlen, Tannzäpfle, Astra, Astra Rotlicht, Augustiner, Budweiser (Budvar), Heineken, Franziskaner, Corona, Desperados

Besonderheiten: Tolles Interieur für Liebhaber der 80er! Am Wochenende legt ein DJ auf (getanzt wird allerdings eher nicht)

Internet: www.cafeblaubonn.de 

Extro/ Südstadt/ Lessingstraße

Das Extro in der Bonner Südstadt ist eigentlich mehr als nur eine Kneipe, nämlich zugleich auch Restaurant und Café. Man kann hier also getrost zu jeder Tageszeit und zu jedem Anlass bzw. mit jeder Begleitung hingehen. Geboten werden Frühstück, eine reichhaltige Speisekarte, aber auch Kaffee und Kuchen.

Extro (2)

Aber natürlich ist das Extro aber auch eine Ausgeh-Kneipe im eigentlich Sinn, obgleich im Inneren ein wenig schicker gehalten, ein Eindruck, der vor allem durch das schwarz-weiße Schachbrettmuster an Wänden und Boden entsteht. Eine Theke zum Verweilen lässt der Innenraum zwar vermissen, aber die vielen kleinen vierer oder achter Holztische im klassisch-schlichten Stil laden zum gemütlichen Plausch ein. So versteht es sich, dass man hier zu allen Tageszeiten sowohl das studentische Südstadt-Publikum (Hauptgebäude, Juridicum) als auch die gehobene Einwohnerschaft der Südstadt trifft. Bei gutem Wetter besteht die Möglichkeit, im kleinen, aber feinen Außenbereich den Südstädtler an der Kreuzung Lessingstraße/ Schumannstraße zu beobachten. Die Lage inmitten der Bonner Jugendstil-Pracht hilft dabei durchaus, das richtige urbane Laissez-faire-Gefühl zu bekommen. Übrigens ist auch das Extro selber in einem wunderschönen Haus aus der Gründerzeit beheimatet.

Extro (3)

Ausgeschenkt werden Sion, KöPi und Augustiner Hell vom Fass, dazu Erdinger aus der Flasche. Ok, wie immer ist Sion nicht unser Favorit, aber ansonsten gibt es hier eine zwar bescheidene, aber herbe und geschmackvolle Auswahl. Zum Konzept passend muss der Gast natürlich nicht beim Bier bleiben: auch Wein, Cocktails und vieles mehr finden sich auf der Karte (obgleich das Extro sicherlich kein herausragender Ort für Cocktail-Kenner ist, weshalb wir es auch nicht als solchen verlinken).

Deshalb unsere Meinung: Eine gute Südstadt-Alternative!

Testtag: Mittwoch

Fass: Sion, KöPi, Augustiner Hell

Flasche: Erdinger (Weizen, Dunkel, Kristall)

Besonderheiten: Jugendstilhaus

Internet: www.cafe-extro.com

Quiet Man/ Weststadt/ Colmantstraße

Der Besuch im Quiet Man bildete die Premiere unserer Mitmach-Aktion und war der Auftakt zu einem tollen Abend mit Niklas (den ihr bei Twitter als @npboll findet), der auch noch in die Hopfenstube und ins Bönnsch führte.

Quiet Man Bonn guter Irish Pub Kneipe Weststadt gute kneipe für ein Date schönster Pub in Bonn

Wie zu erwarten war der Quiet Man an einem Samstagabend mit mehrheitlich jungem und studentischem Publikum gut gefüllt. Der von viel Holz geprägte, etwas verwinkelte Innenraum bietet viele kleinere Nischen zum Sitzen und erzeugt so ein hohes Maß an Gemütlichkeit und Intimität. Überhaupt ist der Quiet Man von innen vielleicht Bonns schönster Irish Pub – überall naturgerundetes, glattpoliertes Holz, einfach wunderschön!

In klassischer Pub-Tradition stehen auch viele Gäste und es sollte kein Problem sein, hier mit anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen. Die gemütliche Grundstimmung wird von der Kellerlage des Quiet Man unterstützt und um das Innere des Pub zu erreichen, muss man erst einige Stufen herabsteigen.

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Für die Sommermonate (und im Winter für die Raucher) steht dennoch eine netter kleiner Außenbereich zum Verfügung: ebenfalls leicht abgesenkt und damit abseits der Straße kann man hier unter Sonnenschirmen und von grünen Rankpflanzen eingerahmt auch bei großer Sommerhitze ein kühles Bier im Schatten genießen – klein, aber sehr fein, der Biergarten des Quiet Man!

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An Fassbieren bietet der Quiet Man mit Murphy`s Red und Murphy`s Stout sowie Newcastle Brown Ale gute Qualität von den britischen Inseln, dazu gibt es aber auch noch Gaffel, KöPi und Heineken gezapft. Leider wurde Beamish aus dem Programm genommen und scheint damit vollständig aus der Bonner Kneipenszene verschwunden. Schade.

Aber die Karte bietet natürlich noch mehr, so unter anderem die qualitativ gute Auswahl an Whisky, die man sich von einem Irish Pub erhofft, aber auch klassisches Pub-Food für den hungrigen Magen zu fairen Preisen. Und wem gerade nicht nach einem Burger ist, der bekommt auch eine Pizza.

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Wenn wir nichts vergessen haben, dann sind hiermit alle Bonner Irish Pubs in unserem Blog erfasst. Ein Ranking mögen wir jedoch nicht erstellen, dafür bietet jeder Pub für sich seine zu eigenen Atmosphäre. Gäbe es jedoch ein solches Ranking, dann wäre der Quiet Man auf jeden Fall auf einem der vorderen Plätze…

Ach ja, der Name des Quiet Man mag irritieren, denn leise (oder langweilig) ist der Pub keineswegs. Er nennt sich einfach nur nach einem gleichnamigen Spielfilm, dessen Handlung in Irland verortet ist.

Quiet Man Bonn guter Irish Pub Kneipe Weststadt gute kneipe für ein Date schönster Pub in Bonn

Deshalb unsere Meinung: Ein Klassiker, ein Muss!

Testtag: Samstag

Fass: Murphy`s Red und Stout, Newcastle Brown Ale, Gaffel, KöPi, Heineken

Flasche: Desperados, Franziskaner

Besonderheiten: Fußball

Internet: www.the-quiet-man.com

 

Blauer Affe/ Beuel/ Rheinufer

Heute brechen wir mit unseren eigenen Regeln und schreiben über eine Kneipe, wo es keine Kneipe gibt. Aber da endlich Frühling ist und die Sonne uns Bonner bereits zu hunderten ins Freie lockt, wird es Zeit, auch Biergärten in diesen Blog aufzunehmen.

Blauer Affe Biergarten Bonn Beul

Beginnen möchten wir mit dem Blauen Affen am Beueler Rheinufer, recht abgelegen gute 500m hinter dem Ende der Rheinaustraße zwischen Kennedybrücke und Konrad-Adenauer-Brücke. Vielleicht ist es dieser etwas distanzierteren Lage geschuldet, dass wir den Blauen Affen so mögen: hierhin verirrt sich nicht jeder und man genießt das Gefühlt, weit ab von Stadt und Stress zu sein, obwohl der Biergarten bei den ersten Sonnenstrahlen direkt proppe voll ist.

Natürlich ist der Blaue Affe nicht nur Biergarten, sondern wird von dem benachbarten „Haus am Rhein“ in der Elsa-Brandström-Straße betrieben. Da dies jedoch eindeutig Restaurant und nicht Kneipe ist, passt es so gar nicht in diesen Blog. Wer sich dennoch dafür interessiert, kann hier bei Bonn geht essen nachlesen.

Aber zurück zum Biergarten: vielleicht 80m entfernt von Gevatter Rhein bietet der Blaue Affe sowohl eine ruhige Oase abseits der wilden Inliner auf der Beuler Promenade, als auch einen schönen, von Bäumen umrundeten Blick auf den Strom. Die Lage ist unbestritten umwerfend! Der Biergarten selber besteht aus einem großen Rondell umgeben von klassischen Biertisch-Garnituren. Teile der Fläche liegen dabei wettergeschützt überdacht, die größere Zahl der Biertische steht jedoch vollständig frei und lädt zum Sonnenbad ein. Sollten einmal alle Tisch belegt sein, bietet die große umgebende Rasenfläche bis zum Rhein ausreichend Platz. Das Rondell selber stellt die Infrastruktur zum Be- und Entladen der Gäste zur Verfügung – für die Notdurft ist also gesorgt.

Blauer Affe Biergarten Bonn BeulBlauer Affe Biergarten Bonn Beul

Die Getränkeauswahl ist zwar bescheiden, wir finden jedoch, dass ein Biergarten hieran nicht gemessen werden kann. Vom Fass gibt es verschiedene Biere vom Münchner Hofbräu, natürlich klassisches Helles, aber auch immer saisonale Biere wie z.B. Maibock. Wer lieber dem Kölsch treu bleibt, bekommt jedoch auch ein Sion gezapft (warum auch immer…). Für Pilstrinker steht zudem König Pilsener aus der Flasche bereit und mit Erdinger Pikantus darüber hinaus ein Bockbier.

Eine große Küche bietet der Blaue Affe nicht, aber das würde zum Konzept auch nicht passen. Stattdessen werden Brezeln und alle Klassiker vom Grill (Grillwürste, Steak) angeboten. Insbesondere frisch gegrillt finden wir hervorragend!

Deshalb unsere Meinung: Das Sommer-Muss! Vielleicht der schönste Biergarten in Bonn!

Testtag: Sonntag

Fass: Hofbräu, Sion

Flasche: KöPi, Erdinger Pikantus

Besonderheiten: Nur im Frühling/ Sommer. Essen frisch vom Grill.

Blauer Affe Biergarten Bonn Beul