Mühlen-Bar/ Köln/ Heumarkt

In allen Metropolen innerhalb und außerhalb Deutschlands scheinen die neuen Bierstile, die in der Regel als Craftbeer zusammengefasst werden, der Renner zu sein und eine junge Kneipengängerszene stürzt sich auf sie. Im Rheinland ist das etwas anders und wir müssen zugeben, dass wir in unserem Craftbeer-Report-Rheinland für die Hopfenhelden so einige Probleme hatten, entsprechende Lokale zusammenzutragen. Warum das so ist, steht in den Sternen. Es könnte der doch recht großen Brauhausdichte in Köln und Düsseldorf geschuldet sein oder schlicht einer eher konservativen Trinkeinstellung. Neben der von uns bereits beschriebenen Braustelle in Köln-Ehrenfeld geht jetzt aber auch die Malzmühle am Heumarkt neue Wege, nämlich mit der Eröffnung der Mühlen-Bar direkt neben dem Brauhaus.

Mühlen Bar Köln Craftbeer von Mühlen

Es wundert uns dabei nicht, dass gerade Mühlen diesen Weg geht. Wir finden ja, dass Mühlen Kölsch ohnehin für Qualität und einen eher kleinen Betrieb steht. Und jetzt gibt es hier eben auch ein hauseigenes Craftbeer, das „von Mühlen“, und neben dem Stammhaus gelegen die Mühlen-Bar als Anlaufpunkt für alle Kölner Craftbeer-Freunde.

Die Bierauswahl ist natürlich entsprechend riesig und der Gast kann zwischen 40 bis 50 Flaschenbieren wählen. Das Sortiment ist dabei nicht starr, sondern wechselt, denn man will Vielfalt bieten. Leider gibt es die „neuen“ Biere allesamt nur aus der Flasche und vom Fass weiterhin das Hausbier, also Mühlen-Kölsch. Dieses ist auch Grundlage einer besonderen Idee, die in Deutschland noch eher selten ist, dem Angebot von Biercocktails. Gemischt mit Mühlen-Kölsch finden sich so tolle Drinks wie der Kölschjito oder der Dawnbreaker (Mühlen + Rum + Brandy mit Rohzucker, Limette und Rosmarin) auf der zweiseitigen Biercocktail-Karte. Allein das lohnt den Besuch!

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Überhaupt will die Mühlen-Bar mehr Bar als Bierhaus sein und das merkt man nicht nur an der Cocktailkarte: Die Einrichtung ist edel-schick, die Theke nett ausgeleuchtet, goldumrankte Leuchter zieren die Decke, der Gast sitzt auf bequemen Lederhockern an hohen Bartischen. Bier soll hier eindeutig aus der „noch-ein-Kölsch“-Ecke geholt werden. Die Mühlen-Bar richtet sich an Gäste, die gerne im schicken Ambiente einen Euro mehr für ihr Getränk zahlen. Das verwundert nicht, denn die allesamt aus kleinen bis kleinsten Brauereien stammenden Crafts können gar nicht so günstig produzieren wie die Großen der Bierbranche, verwenden zudem aufwendig viele Zutaten (hohe Hopfengaben, aufwendige Malzröstungen) und sind folglich hochpreisiger.

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Ein wenig stört im Ambiente jedoch der große TV-Bildschirm an der Längstfront, der vor allem eine Mühlen-Dauerwerbeschleife zeigt – etwas unnötig, wenn man schon mal im Haus ist. Ansonsten fühle man sich hier gehoben wohl und passend dazu tobt das Bar-Leben hinter einer großen Fensterfront, so dass sehen und gesehen werden garantiert ist.

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Wenn Craftbeer in der Mühlen-Bar also als Edelgetränk angeboten wird, dann darf es nicht wundern, wenn das Publikum nicht gerade studentisch ausfällt. Übrigens, bevor ein Missverständnis aufkommt: Wir finden Biervielfalt immer gut. Grundsätzlich freuen uns aber, wenn diese einem breiten Publikum näher gebracht wird. Das erfüllt der Edel-Charakter der Mühlen-Bar natürlich weniger, aber warum auch, die barige Variante zum Craftbeer ist ein absolut berechtigter anderer Weg, der hier stimmig umgesetzt ist. So zieht die Mühlen-Bar eher Gäste ab 30 an, die ähnlich dem Wein gerne über ein Bier fachsimpeln.

Craftbeer Köln Mühlen Bar große Bierauswahl

Unser Besuch in der Mühlen-Bar enthielt übrigens ein Highlight, denn wir konnten als geladene Gäste vor dem eigentlichen Besucheranstrom an einem Craftbeer-Tasting teilnehmen. Auch dieses Tasting wollen wir hier kurz vorstellen, weil es eine super Sache ist, die Geschmacksvielfalt im Craftbeer-Bereich professionell zu vermitteln. Das übernahm in der Mühlen-Bar der Bier-Blogger Roman Drüg durchaus amüsant und fachmännisch. Die Tastings in der Mühlen-Bar finden übrigens regelmäßig statt (hier der Link), kosten 19,- Euro, es gibt einen hervorragenden Snack zu essen und man erhält fünf Biere zu einem Motto zur Probe. In unserem Fall war das Motto ein Vergleich zwischen amerikanischem und europäischem Craftbeer. Wir würden jedem dazu raten, einmal an einem solchen Tasting teilzunehmen. Dennoch möchten wir auch Kritik üben, denn so klasse die Mühlen-Bar auch ist, am Tasting gefiel uns eines nicht: Auf allen Tischen fanden sich Sektkühler um begonnene 0,15er Bierproben entsorgen zu können. Das finden wir unnötig, denn so wirkt eine gute Sache (Vielfalt im Biergeschmack erklären) snobbistisch.

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Dennoch, mit der Mühlen-Bar ist in Köln etwas entstanden, was die rheinische Bierszene bereichert, ein weiterer Anlaufpunkt für Bierfreunde und Craftbeer-Fans.

Deshalb unsere Meinung: Hingehen, liebe Bonner! (…und Kölner und alle anderen natürlich auch) Und dabei mutig durch die Vielfalt probieren!

Testtag: Dienstag

Fass: Mühlen-Kölsch

Flasche: Wechselndes Craftbeer-Sortiment aus 40-50 Bieren

Besonderheiten: Direkt neben dem Malzmühlen-Stammhaus, große Auswahl an Biercocktails

Internet: www.muehlenkoelsch.de

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Zone/ Altstadt/ Maxstraße

Die Zone – kennt ihr? Oder Kennt ihr nicht? Kennt nämlich eigentlich jeder: die Zone ist ein Kneipenklassiker in der Bonner Altstadt!

Zone (1)

Wie stellt man so eine Traditionskneipe Bonns bloß vor? Versuchen wir es mal mit Hashtags: #bluesbar #kneipig #kleinaberfein #bierfreunde #whisky #altstadt #gehtdahin

Alles klar? Was, ihr wollt es detaillierter? Na gut…

#bluesbar: die Zone ist eigentlich die Bluesbar Bonns und bietet neben guter solider Rockmusik aus den 80ern auch viel Blues und teilweise Konzerte – ein Blick auf die Homepage (s.u.) lohnt immer!

#kneipig: die Zone ist eine echte Kneipe. Wer eine herrlich dunkel angehauchte Lokalität zum klassischen Biertrinken mit Option auf open end und Versacken sucht, ist hier auf jeden Fall richtig! Im einzigen Innenraum kommt man am in etwa achteckigen Tresen nicht vorbei. Hier spielt das Leben, aber einige Sitz- Stehtische gibt es auch. Wer dann wirklich versackt, der kann immer noch wählen, ob er sich daheim die Schelte der Frau abholt oder den Galgen (kein Witz) neben der Tür wählt…

Zone (3)

#kleinaberfein: die Zone ist nicht groß, hat aber Charme. Es gibt nur wenige Tische – eine Zehnergruppe findet hier also eher schwer Platz – aber dafür ist man immer mitten drin. Eine große Spiegelwand lässt den Raum größer wirken. Ansonsten präsentiert sich das Innere dunkel-munkelig – aber auch heimelig: im TV verglimmt ein Kaminfeuer.

#bierfreunde: Martin, der Wirt, betreibt ein Lokal für Freunde des Bieres und nicht für seine Quäler und Lästerer. Als Beleg dafür mögen die ausgeschenkten Fassbiere dienen: Flensburger und Mühlen – grundsolide, Tendenz malzig bis herb! Dazu noch Tannzäpfle, zwei Weizen (Paulaner und Mühlen – das brauen die nämlich auch) und für die Zugereisten aus der rheinischen Provinz auch ein Altbier. Läuft! Was nicht läuft sind Versuche, Bieren Schmerzen zuzufügen. Limonadengetränke gehören nun einmal nicht in ein Bier. Wer lange genug bettelt, der bekommt natürlich auch das, zahlt aber 5 Cent drauf für die dem Wirt auferlegte Pein – auch kein Witz! Und nach Bananenweizen kann man fragen, bekommt man aber nicht. Da stimmen wir vollkommen zu. Das hat der liebe Gott nicht gewollt.

Zone (2)

#whisky: die Zone ist aber kein reines Bierlokal. Die Whiskyauswahl darf als ganz vorzüglich bezeichnet werden.

#altstadt: da liegt die Zone. Von außen sieht man aber nicht viel – getönte Scheiben. Rausgucken ist ja eh schöner. Und reingehen lohnt sich

Deshalb unsere Meinung: #gehtdahin

Testtag: Freitag

Fass: Mühlen, Flensburger

Flasche: Tannzäpfle, Mühlen Weizen, Paulaner Weizen, Diebels Alt

Besonderheiten: Konzerte – und der Galgen

Internet: www.zone-bonn.de

(Und ganz um Schluss und ganz ohne # ein politisches Statement: wir kennen die Zone nun schon lange Jahre, also auch schon vor dem Nichtraucherschutzgesetz in seiner überarbeiteten Fassung. Liebe Landesregierung: wir verstehen, dass man im Altbierparadies Düsseldorf auf solche Ideen kommt. Aber für kleine Lokale mit gerade einmal 25qm Schankfläche und ohne Speisen ist dieses Gesetzt existenzbedrohend. Hier wollen Bier, Whisky und Zigarettenqualm einfach zusammenfinden. Und hierhin verirrt sich ohnehin niemand, den Rauch stört. Ach, wir vergaßen, der Mitarbeiterschutz… Martin steht als Wirt wirklich immer alleine hinter der Theke. Nun ja, dann verlassen die Gäste halt kurz das Lokal und rauchen draußen – oh, pardon, zu laut? Wir hören schon das Ordnungsamt der Lärmschutzstadt Bonn aufgrund von Anwohnbeschwerden heranrauschen…)

La Victoria/ Nordstadt/ Bornheimer Straße

Wir hätten wetten könne, dass wir eine Neuheit entdeckt haben, aber das La Victoria gibt es nun schon seit drei Jahren, so der weibliche Teil des deutsch-ecuadorianischen Betreiber-Paares. Dennoch sind wir felsenfest davon überzeugt, hier einen Geheimtipp gefunden zu haben, eine echte Perle unter den Kneipen in Bonn!

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Das La Victoria befindet sich an der Bornheimer Straße direkt hinter dem Ring, also unweit der Viktoriabrücke, an die sich auch die Namenswahl anlehnt. Das und die Neigung der beiden (netten!) Wirte zu Südamerika soll sich im Kneipnamen wiederfinden.

In einem Altbau beheimatet präsentiert sich das Lokal mit hohen Decken, doch der bürgerliche Touch wurde durch eine gewollt shabby-schicke Einrichtung gezielt durchbrochen. Im einzigen Kneipraum befindet sich eine Reihe kleinerer, individuell gestalteter Zweier- und Viertische, die Wände wurden durch dezente Rot- und Grüntöne im verwaschenen Look aufgepeppt. In der Ecke steht ein Klavier, Zeitschriften liegen aus und Brettspiele sind auch zu haben. Dazu sorgt Kerzenlicht für eine angenehme Atmosphäre und die Musik kommt chillig-locker daher.

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Spannend fanden wir die Bierauswahl. Zwar gibt es bisher nur ein Fassbier (Mühlen), aber ein weiteres soll folgen und die Flaschenauswahl kann sich ohenhin sehen lassen: Mühlen, Becks, Flens und Astra sind gute Klassiker, Hellers-Kölsch und mehrere Pinkus-Biere führt nun wirklich nicht jeder, dazu finden sich auf der aushängenden (!) Karte noch Tannzäpfle, Weihenstephaner und Tegernseer. Die Preise pendeln zwischen fair und gehoben, was wir aber völlig ok finden, denn von Hausbrauereien wie Hellers oder Pinkus georderte Biere dürfen mehr kosten. Ein absolutes Hightlight ist dabei das in Bonn gebraute Craftbeer Ale Mania, das in verschiedenen, wechselnden Sorten ganz neu aus der Flasche angeboten wird – herrlich! Das sollte jeder mal probiert haben (obgleich auch etwas teurer – aber hier wie gesagt völlig berechtigt).

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Insgesamt waren wir ein wenig überrascht, dass dieses Lokal nicht längst von Hipstern überrannt wird – denn dafür hat es eigentlich alle Voraussetzungen. Andererseits: Schön, dass es nicht so ist, wie für Hipster, aber ohne Hipster ist doch auch nett… 😉

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Bliebe nur ein winzig kleiner Kritikpunk unseres Kneipentests: das La Victoria benötigt dringend ein besser zu erkennendes Außenschild, man übersieht dieses Highlight der Bonner Kneipen einfach zu schnell – und das ist wirklich schade!

Deshalb unsere Meinung: geht da mal hin – toller Laden! (und aus unserer Sicht noch ein Geheimtipp)

Testtag: Dienstag

Fass: Mühlen

Flasche: Mühlen, Hellers, Becks, Astra Flens, Pinkus (Pils, Spezial, Lager), Tannzäpfle, Tegernseer, Weihenstephaner – und ganz neu: Ale Mania, das Bonner Craftbeer!

Besonderheiten: Schach und andere Brettspiele Internet: — (aber Facebook: hier)

Mojito/ Südstadt/ Königstraße

Beim Mojito in der Königstraße – also in bester Südstadtlage – stoßen wir als Kneipenblog einmal mehr an unsere Grenzen: einerseits wollen wir den Begriff Kneipe auch so verstehen, dass wir hier prominente wie unbekannte Ort zum Ausgehen vorstellen, andererseits stellt das Mojito auf gar keinen Fall eine Kneipe dar, sondern eine Cocktailbar. Wir wagen trotzdem einen kurzen Testbericht:

Mojito Bonn Cocktailbar

Wir haben das Mojito an einem Freitag besucht und so wundert es nicht, dass das Haus gut gefüllt war. Allerdings wissen wir von früheren Besuchen, dass dies auch unter der Woche gilt. Dann findet man jedoch auch spontan einen Platz, während wir am Wochenende eine Reservierung empfehlen. Das Publikum hier reicht von Stundenten über junge Absolventen bis zur mittleren Generation – ein Platz für jeden also, mit einem leichten Hauch studentischer Jugend.

Spannend fanden wir die Raumaufteilung im Mojito: hinter einer großen Glasfront in einem auf Höhe des Erdgeschoss unschön verkachelten schönen Gründerzeithaus betritt man zuerst einen eher kleinen Hauptraum. Einige Plätze befinden sich direkt an der großen Fensterfläche und bieten eine schöne Aussicht auf das Straßentreiben. Auch an der Theke kann man sich angenehm niederlassen, aber dann endet das Platzangebot bald. Allerdings führt eine Treppe aufwärts zur Empore, die den Raum in Form eines Hufeisens umschließt. Hier oben fehlen zwar Fenster, aber der Blick über die übrigen Gäste entschädigt. Außerdem frischt diese Aufteilung die Atmosphäre angenehm auf und bietet eine seltene Innenraumgestaltung Bonner Gastroleben.

Diese Form führt jedoch auch zu gewissen Hitzeproblemen: wenn wir in Physik gut aufgepasst haben, dann steigt warme Luft nach oben. Da der Empore jedoch die Fenster fehlen und die Abluftanlage scheinbar überfordert ist, fühlten wir uns auch an einem Herbsttag nur im Hemd der Sauna nahe. Die enge Bestuhlung, der eher kleinen Grundfläche geschuldet, verschärft dieses Gefühl zusätzlich.

Loben würden wir das Bemühen, den Raum in einem südlichen Cocktailflair herzurichten. Aber – genau: bemühen ist ein weitläufiger Begriff: Das Innere des Mojito überzeugt und fordert gleichzeitig heraus: die sehr orangen Wände passen zwar ins Gesamtkonzept, aus unserer Sicht ist die Farbgebung in Kombination mit einigen roten Elementen jedoch etwas grell. Und die Wanddekaration und Bebilderung haben wir als austauschbar erachtet.

Mojito (2)

Kommen wir jedoch zum Kern jeder Gastronomie – den Speisen und Getränken! Essen ist möglich, obgleich von uns nicht getestet, und die Cocktailkarte bietet reichlich Auswahl, obwohl wir hier keine Experten sind und die Qualität nu oberflächlich bewerten können. Uns haben die probierten Cocktails auf jeden Fall geschmeckt. Es gibt natürlich auch Bier, nämlich Mühlen Kölsch und – selten! – Gemünder Pils aus der nahen Eifel (allerdings ist letzteres auch nicht so der Hit…). Bei den Flaschenbieren fanden wir die üblichen Verdächtigen, wobei die von uns sonst kritisierten Desperados und San Miguel in einer Cocktailbar ja vertretbar sind. Dazu gibt es noch Sagres, Heineken und Flensburger sowie Paulaner (Weizen, Dunkel, Kristall).

Deshalb unsere Meinung: als Cocktail-Fan mal ausprobieren!

Testtag: Freitag

Fass: Mühlen, Gemünder Pils

Flasche: Flensburger, Heineken, Sagres, San Miguel, Desperados, Paulaner

Besonderheiten: Cocktailbar mit Happy-Hour (18.00-20.00 Uhr), Fußball

Internet: http://www.mojito-bonn.de

Kurzlebig/ Zentrum/ Rathausgasse

Das Kurzlebig direkt hinter dem Rathaus lebt mittlerweile alles andere als kurz, denn durch den sich zum Glück verzögernden Abriss des Viktoriakarrees bleibt hier bislang eine tolle Ausgeh-Ecke Bonns erhalten.

Kurzlebig Cafe Bonn Craftbeer

Natürlich ist das Kurzlebig keine Kneipe, sondern ein Café, vielmehr eine Frühstückerei, die sich als hippes Szenelokal etabliert hat – nicht zuletzt durch den improvisierten Charakter der Ausstattung (obgleich es mittlerweile schon etwas dauerhafter und geplanter geworden ist). In diesem Kontext wird seit einiger Zeit auch Abendbrot geboten und dazu passend eine tolle Bierauswahl.

Deshalb wollen auch wir kurz einen Tester-Blick auf das Kurzlebig werfen, denn obgleich wir eigentlich für einen Kaffee hier verabredet waren, hielt uns die nette Atmosphäre bis in den Abend und da fiel unser Blick auf einen Bierkühlschrank, der etwas für Bonn seltenes bietet: Ein kleines Craftbeer Paradies!

cooles Café in Bonn Frühstück Craft Beer

Mittlerweile kann der Gast im Kurzlebig Pale Ales, IPA und vieles mehr trinken, z.B. vom Bonner Craftbeer-Start-Up Ale Mania oder von der wiederbelebten Hamburger Ratsherrn-Brauerei. Eine tolle Sache!

Der Schwerpunkt hier im Kurzlebig liegt immer noch auf Frühstück, Kaffee und mittlerweile klassischen Abendbrot wie zu Hause. Aber nicht nur die Biere, auch andere Kaltgetränke wie Mischmasch, Hopfenlimo und mehr zeugen davon, dass man sich hier als In-Anlaufstelle etablieren wird. Das sollte gelingen, nicht nur weil es hier wirklich charmant und individuell eingerichtet ist, sondern weil ja mittlerweile auch der Abriss des Viktoriakarrees vom Tisch ist. Das kurzlebig kann also langlebig werden – sehr schön!

Deshalb unsere Meinung: Szenig, schick, hippe Adresse für jede Tageszeit. Und auch für den Biergourmet eine echte Bereicherung!

Testtag: Sonntag

Fass:

Flasche: Ale Mania (Gose, IPA), Ratsherrn (Pale Ale, Rotbier) Craftwerk (Hop Head IPA, Holy Cowl, Tangerine Dream), Mühlen Kölsch, Peters Kölsch, Augustiner, Tannzäpfle, Pott´s Landbier, Stiegl, Lammsbräu, Schlapppe Seppel, Meantime Chocolate Porter

Besonderheiten: Eigentlich Café und Frühstückerei – aber tolle Biere!

Internet: www.kurzlebig.net

So kann man sich als Blogger irren! Als wir diesen Bericht 2014 schrieben, stand noch der Abriss des Bonner Viktoriakarree bevor. Umso erfreuter waren wir, als der Stadtrat Ende 2015 dem Projekt doch einen Riegel vorschob. Etwas voreilig im Augenblick der Freude passten wir obigen Bericht an. Jetzt wird zum 31.03.2016 leider der Mietvertrag des Kurzlebig doch nicht verlängert, die Schließung kommt unverändert. Wir wollen unseren Bericht jedoch in seiner letzten, hoffnungsvollen Fassung belassen und wünschen dem Team des Bonner Kurzlebig, dass es andernorts weitergehen kann.

cooles Café in Bonn Frühstück Craft Beer